Wörtherseebühne: Klagenfurt will verkleinerte Plattform kaufen

2. April 2014, 12:59
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Eigentümer Kärntner Messen soll 50.000 Euro zur Abdeckung der Nebenkosten erhalten

Klagenfurt - Im politischen Gezerre um die Klagenfurter Seebühne ist ein Ende in Sicht. Der Klagenfurter Stadtsenat hat am Dienstag mit den Stimmen von FPÖ und ÖVP beschlossen, eine kleine Version der Bühne um 50.000 Euro zu kaufen - und sie an einen bestimmten Unternehmer zu verpachten. Einen Strich durch die Rechnung machen könnte der Stadt noch die Klage eines nicht zum Zug gekommenen Kaufinteressenten.

Kulturlandesrat Wolfgang Waldner (ÖVP) hatte vor gut einem Jahr bekannt gegeben, die Seebühne, das einstige Prestigeprojekts des 2008 verunglückten Landeshauptmannes Jörg Haider, zusperren zu wollen. Waldner begründete das Ansinnen mit den immensen Kosten für die Steuerzahler. Laut Vertrag musste das Land den jährlichen Abgang zu 100 Prozent abdecken. Der Kulturlandesrat hatte den jährlichen Umsatz mit zuletzt gut 40.000 Euro beziffert. Dem gegenüber stünden Kosten von 600.000 Euro jährlich (Betriebskosten und Leasing-Raten).

Im Gespräch waren dann eine Privatisierung der Bühne oder der Abriss. Die Kärntner Messen als formaler Eigentümer der Bühne wurden mit dem Verkauf beauftragt. Falls sich kein Käufer finde, dessen Angebot den Ausschreibungskriterien entspreche, solle verschrottet werden, hieß es. Unter anderem wurde eine Bankgarantie über 500.000 Euro gefordert. So viel sollte nämlich eine Entsorgung der Bühne kosten. Ein nicht zum Zug gekommener Interessent hat geklagt. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts war zunächst noch ausständig.

In der Zwischenzeit haben sich nun Firmen gefunden, die einen Abriss umsonst durchführen und ihren Aufwand aus der Verwertung des Materials decken würden. Der Rückbau soll genau so funktionieren. Messe-Geschäftsführer Erich Hallegger: "Es haben sich Firmen gemeldet, die das zum Nulltarif machen." Der Preis, den die Stadt für die Bühne zahlen soll - "Richtwert 50.000 Euro" - soll der Messe die Nebenkosten für das Jahr 2014 abdecken.

Hallegger hofft, dass sich der Rückbau noch im Monat April ausgeht. Neben der Verkleinerung muss Hallegger noch für die entsprechenden behördlichen Genehmigungen sorgen, dann ist die Messe nicht mehr zuständig. "Es wird einen Kaufvertrag mit der Stadt geben, für uns als Messe endet dann dieser Geschäftsfall." Eine Bankgarantie für einen vollkommenen Abriss - wie das noch in der offiziellen Ausschreibung vorgesehen war - muss die Stadt nicht vorlegen. (2.4.2014)

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