Spitzenmanager verdienten 2013 weniger

2. April 2014, 12:55
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Geringere Erfolgsprämien bescherten heimischen Managern im Vorjahr durchschnittlich sechs Prozent weniger Gage. Auf der ersten Führungsebene waren rund 187.000 Euro brutto im Jahr zu verdienen

Die jährlich durchgeführte Einkommensstudie des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) bringt ein überraschendes Ergebnis. Entgegen der allgemeinen Erwartung sind die Einkommen der österreichischen Spitzenmanager im vergangenen Jahr nicht gestiegen, sondern nicht nur real, sondern auch nominell gesunken.

Minus sechs Prozent nominell und minus acht Prozent real in der ersten Führungsebene sind laut WdF "deutlicher Ausdruck der ökonomischen Verantwortung der Managerinnen und Manager". Die Einkommen sind nämlich vorwiegend wegen geringerer Erfolgsprämien gesunken. Die Solidarabgabe verstärke diesen Effekt zusätzlich. "Diese Entwicklung stärkt nicht unbedingt die Position Österreichs als Wirtschaftsstandort und vermittelt ein negatives Signal an diejenigen Personengruppen, welche für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes einen hohen Betrage leisten", kommentiert der Vorsitzende des Wirtschaftsforums der Führungskräfte, Karl Javurek.

Mehr Belastungen

In der zweiten Führungsebene, wo die variablen Gehaltsbestandteile in erster Linie an Zielvereinbarungen gebunden sind, ist das Jahreseinkommen um fünf Prozent gestiegen. Die Belastungen sind aber im Jahresabstand in allen Führungsebenen weiter gestiegen: Kosten- und Umsatzverantwortung, Anzahl der geführten Mitarbeiter und Reisetage sind unverändert hoch bzw. steigen weiter.

Für die Erstellung der 33. WdF-Einkommensstudie wurden 514 Führungskräfte aus der ersten, zweiten und dritten Führungsebene (insgesamt 89 Prozent Männer) schriftlich durch das Marktforschungsinstitut Triconsult befragt.

Während das Jahreseinkommen der Manager aus der ersten Ebene durchschnittlich 186.900 Euro erreicht, erzielten die Führungskräfte der zweiten Ebene ein Jahresgehalt brutto von 124.200 Euro. In der dritten Führungsebene liegen die Durchschnittswerte im abgelaufenen Jahr bei 84.100 Euro. Die Managereinkommen hängen freilich unmittelbar von der Größe des Unternehmens ab. In Konzernen mit mehr als 500 Mio. Euro Umsatz verdienten Top-Führungskräfte im Vorjahr im Schnitt 322.000 Euro (2012: 375.100 Euro). Unter fünf Mio. Euro Umsatz gab es für die Chefs dagegen mehr, nämlich 159.400 Euro brutto im Jahr (2012: 129.900 Euro). Die befragten Spitzenmanager hatten im Schnitt 176 Mitarbeiter direkt unter sich.

Viermal das Durchschnittseinkommen

Angesichts eines durchschnittlichen Einkommens eines in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiters in Österreich von 44.730 Euro (2012, jüngere Werte weist Statistik Austria noch nicht aus) entspricht das Durchschnittsgehalt einer Top-Führungskraft damit gerade dem vierfachen Bruttogehalt eins durchschnittlichen Erwerbstätigen in Vollzeitbeschäftigung, errechnet das WdF - wohl um die Diskussionen über "Abgehobenheit" von Spitzengagen nicht erneut anzufachen. Nimmt man die durchschnittlichen Medianeinkommen brutto mit knapp über 37.300 Euro im Jahr, dann sieht das Bild anders aus - auch wenn man bedenkt, dass die Hälfte ja darunter, die andere Hälfte darüber liegt. (red, derStandard.at, 2.4.2014)

  • Von astronomischer Gage wie in den USA sind heimische Manager weit entfernt, rechnet das Wirtschaftsforum der Führungskräfte vor.
    foto: der standard / regine hendrich

    Von astronomischer Gage wie in den USA sind heimische Manager weit entfernt, rechnet das Wirtschaftsforum der Führungskräfte vor.

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