Presserat kritisiert Medien für Suizidberichterstattung

2. April 2014, 11:58
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"Veröffentlichung von Gerüchten und Spekulationen über die Hintergründe sind fehl am Platz" - Anlass ist der Tod von Mick Jaggers Lebensgefährtin L'Wren Scott

Wien - Der österreichische Presserat mahnt heimische Medien zur Zurückhaltung bei Berichten über Suizide. Anlass ist der Tod von Mick Jaggers Lebensgefährtin L'Wren Scott Mitte März. Zahlreiche Print- und Onlinemedien hätten genau über Suizidmethode und -ablauf berichtet, zudem sei es zu Spekulationen über die Gründe gekommen. "Die Fokussierung auf eine Ursache sollte unterbleiben", so der Presserat.

Bei detaillierten Berichten bestehe die Gefahr, "dass andere Personen, die sich in einer Krisensituation befinden, dadurch zur Nachahmung animiert werden". In einer Aussendung betonte der Presserat, dass "die Veröffentlichung von Gerüchten und Spekulationen über die Hintergründe" fehl am Platz seien. Zudem hätten die Betroffenen sowie die Angehörigen Anspruch auf Persönlichkeitsschutz. Das Thema solle zwar nicht tabuisiert werden, der Presserat sprach sich aber dagegen aus, "Einzelheiten zu schilden".

Das Wiener Kriseninterventionszentrum hat für Medien einen Leitfaden zur Berichterstattung über Suizide erstellt, abzurufen ist er hier (pdf). (APA, red, 2.4.2014)

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