SPÖ will sechste Urlaubswoche für Zwölf-Stunden-Tag

Die Arbeitszeitflexibilisierung ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die SPÖ will die sechste Urlaubswoche und mehr im Paket beschließen

Wien - Eigentlich war alles im Koalitionspaket vereinbart, doch nun gibt es wieder einigen Klärungsbedarf. Für die Zustimmung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit in kleinen Dosen verlangt die Gewerkschaft Verbesserungen bei Urlaubs- und anderen arbeitsrechtlichen Regelungen. ÖGB-Chef Erich Foglar betonte, bei der Arbeitszeithöchstgrenze handle es sich um einen von mehreren Punkten des Arbeitsrechtspakets aus dem Regierungsprogramm.

Weitere Punkte seien etwa Regelungen für All-in-Verträge und die sechste Urlaubswoche für Arbeitnehmer, die länger im Betrieb sind. Das Paket werde nur als Ganzes realisiert werden, meint Foglar. Diese Auffassung teilt SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer: "Das muss man immer alles im Paket sehen", sagte er im ORF-Mittagsjounal. Nachsatz: In den Verhandlungen sei man "ganz gut unterwegs". Das bestätigte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), allerdings sei noch offen, was nun alles in die Reform hineingepackt werde.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl unterstützt die Flexibilisierung, eine Junktimierung mit anderen arbeitsrechtlichen Fragen lehnt er ab.

Im Koalitionsprogramm sind folgende Punkte verankert:

  • Arbeitszeit: Es gibt zahlreiche Betriebsvereinbarungen, nach denen bereits zwölf Stunden am Tag gearbeitet wird, in manchen Fällen auch 13 Stunden. Nun geht es um die Ausweitung der zwölf Stunden auf Gleitzeit und auf Reisetätigkeiten. Damit soll beispielsweise verhindert werden, dass ein Monteur auf der Heimreise auswärts übernachten muss, um nicht die tägliche Arbeitszeitgrenze zu übertreten. Die Höchstarbeitszeit bleibt bei 50 Stunden in der Woche, wobei es auch hier schon Möglichkeiten für 60 Stunden gibt. Versichert wird von Regierungsseite, dass sich die geplanten Änderungen nicht negativ auf die Zuschläge auswirken.
  • All-in-Verträge: An Arbeitsverhältnissen, bei denen gewisse Mehrdienstleistungen in pauschalierter Form abgegolten werden, gibt es immer wieder Kritik. Arbeitnehmervertretungen monieren regelmäßig, dass die Pauschalen beispielsweise die tatsächlich geleisteten Überstunden nicht abdecken. Die Regierung hat hier nicht viel vereinbart: Es soll lediglich der Grundlohn ausgewiesen werden. Zudem sollen Konkurrenzklauseln nur noch erlaubt sein, wenn der Betroffene das 20-Fache der täglichen Höchstbeitragsgrundlage verdient. Strafen bei Verstößen gegen die Klauseln sollen mit sechs Nettomonatsgehältern begrenzt werden.
  • Sechste Urlaubswoche: Hier bleibt die Koalitionsvereinbarung vage. Vordienstzeiten sollen für einen erhöhten Urlaubsanspruch angerechnet werden, heißt es in dem Papier. Nach dem Urlaubsgesetz gibt es derzeit erst nach 25 durchgängigen Dienstjahren in einem Unternehmen Anspruch auf die sechste Urlaubswoche. Wechselt man nach über 25 Jahren Firmenzugehörigkeit den Arbeitgeber, so fällt der Dienstnehmer auf fünf Wochen zurück. Vordienstzeiten werden nämlich nur im Ausmaß von maximal fünf Jahren angerechnet, Ausbildung von höchstens sieben Jahren.

Bereits am Mittwoch in Begutachtung gegangen ist der Entwurf zum Monitoring des Pensionsantrittsalters. (ch; roda; as, Grafik: flog, DER STANDARD, 3.4.2014)

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ALL IN

Schwachsinn hoch 5. Einfach ein Gesetz machen was hand und Fuss hat und auf die Arbeitnehmernvertreter scheissen. Ende. Da sieht man wieder was die schwarzen wollen. Nur alle ausbeuten was ihnen von der Industire vorgeschreiben wird. Damit meine ich Firmen produktionsbetrieben und Unternehmen die mehr als 50 Mitarbeiter haben und enormen Umsätze machen.

Ein ALL in nur für die Geschäftsführer und falls die Firma mehr al100 Mitarbeiter hat auch für die erste darunterleigende Ebene erlauben. Dammit wäre alles verbessert denn die Führungsebenen verdient eh genug dass denen das nix ausmacht wenn der CHEF ihnen die Prämien weg argumentiert bzw. haben diese kein Problem bei einem anderen Unternehmen unter zu kommen wenn es notwendig ist.

die schwarzen wollen...und die SPÖ hilft ihnen dabei.
kreisky und andere große der sozialdemokratie müssen sich im grabe umdrehen

das schlimme ist, dass diese 6.woche...

die alten über 50 noch unvermittelbarer macht am arbeitsmarkt.

die schwarzen hätten ja am liebsten, dass man sich bis 35 zu tode schuftet, um dann den anstand zu haben den sozialstaat durch zeitnahes ableben wieder zu entlasten...

Anscheinend von hinterm Mond

Ich war in einem All-in.

Anstellung: 2,5 h/d --> 12,5 Wochenstunden,
zu arbeiten: 6 --> 30
Monatslohn netto: €420/m

Nach 3 Monaten werdens schon kommen, die Überstunden, machte man sich Mut.
Arbeitsschuhe, obwohl zugesichert, selber kaufen.
Die Gewerkschaft hat mir Schuhe gekauft, DANKE, aber zeigt auch wie gebrochen die sind.
Firmengetränke?
Nein, bin ja nur 2,5h angestellt - Getränke ab 6h.
Rauchpause? Pause generell?
Nein, bin ja nur ..., ich darf nicht mal kacken.

Ahja, danke für die Konkurrenzklauseldingsgschicht...

sollte heissen "... zwar keinem All-in." ... oder so

Mir sind gerade die Kabeln gewachsen..., wieviel getan wird, was offensichtlich getan werden muss, und wieviel dann doch nicht.

Arbeitszeit-Verkürzung schaft Arbeitsplätze, nicht -Verlängerung.

Weniger Stunden am Tag und mehr Urlaub sind notwendig um Burnout und Ausbeutung zu reduzieren. Sonst geht es uns wie vor ca. 100 Jahren

Tja und wie willst du das bei den Kosten und Steuern machen?

Warum müssen Ärzte bis zu 76h pro Woche arbeiten?
Weil mehr Ärzte bei einer Abgabenquote von 54% in dem Bereich zu teuer sind und weil wir lieber bei den Ärzten sparen als bei der Ärztekammer und 22 SV-Trägern samt Verwaltung und jeder Landeshauptmann braucht ein neues Spital hingebaut!

Tja sparen kann man dann wenn die SV Träger zusammengelegt werden, mehr in die Prävention gesteckt, der Verwaltungapparat enorm reduzier wird und kein Geld mehr für blöde, aufgeblähte und unsinnige Verwaltungstolls ausgegeben werden.
Ärzte sollen wie alle andere auch nnicht mher als 40 Wochenstunden arbeiten. Da gibt es ja den 3 Schicht Betrieb was auch hier anwendbar ist. Wenn nötig geht auch ein 2 Schicht Betrieb mit 12h pro Tag aber maximal 40h pro Woche.

Taj und die freigewordenen Gelder helfen dann ddort eingesetzt zu werden wo es notwendig ist.

nur dass dann eben die ganzen kontrollierer wegrationalisiert sind...

für die man wieder neue beschäftigung erfinden muss...

Facebookauftritt des Kanzlers 2.0

Mittlerweile ist das Volk so erzürnt, daß das Team Bundeskanzler reihenweise kritische Posts löscht und Nutzer komplett sperren läßt. Bald dürften die überhaupt die Kommentarfunktion abdrehen. Web 2.0 und Social Media alla Werner.

ja, ein bisschen geht noch...

Liebe Volksvertreter,

ich weiß nicht warum Sie die lang erarbeiteten Arbeitsrechte für die an Ihre Grenzen stoßenden, immer nach Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Kostenminimierung (Widerspruch) strebenden, sozial unverträglichen Arbeitgebern auf biegen und brechen auflockern bzw. auflösen wollen. Vorallem als soziale Partei(en)...

12 Stunden sind die neuen genehmigten 14 Stunden... 5 mal die Woche...
gewürzt mit einem All-In Vertrag... das Arbeiten macht doch Spaß.

Kümmern Sie sich lieber um leistbare Wohnungen. Und lassen Sie die Wirtschaft die Arbeitszeit von alleine anheben - man muss ja dabei nicht noch behilflich sein.

Und Arbeitslose werden dadurch nicht weniger!

Hochachtungsvoll

Das "Hochachtungsvoll" hätte ich bei all meiner guten Erziehung weggelassen...

Ansonsten Zustimmung...
Wobei ich mich grade zu erinnern versuche, wann das letztemal irgendetwas sozial Wichtiges thematisiert wurde...
Irgendwie gehts nicht.

Vorwiegend üben sich unsere Politiker in Interpretation der Wahrheit und Verbeugungen vor diversen Lobbyisten und feindlichen Staaten.

"Hochachtungsvoll" heißt heutzutage soviel wie LMAA ;)

Soo interpretiert.....

;-))

Gut, dass das alles NACH den Wahlen gesagt wurde. Vorher wars eindeutig uninteressant...für den Bürger.

8-}

12 stunden sind mit Beschränkung notwendig.

Wenn der Einsatzort weit entfernt ist, sind 12h Arbeitszeit ein muss. Oder Fahren sie nach den 8 Stunden von Salzburg nach Wien und dann wieder zurück. Wenn nicht dann sehen sie ihre Familie nur am WE.

Sehe gerade die Zeit im Bild 2

Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

Da stellt sich ein Unternehmer plump hin, sagt: Ja meine Kunden wollen halt rund um die Uhr bedient werden, und der kleine Hackler wird gefälligst so lange bleiben, wie ich ihn brauche. Natürlich, ich als Chef geh um 14:00 nach Hause, weil ICH als CHEF werd ja nicht so deppert sein und so lange in der Firma bleiben...

Sorry, aber nur weil es mit 50h gedeckelt ist, sind 12h pro Tag irre. Wer hat nach 11h noch Nerven oder einen klaren Kopf?

Und der Foglar ist ein "W", dass es ärger nimmer geht.

Nettes Detail am Rande

Der liebe Herr Unternehmer scheint scheinbar nicht zu wissen, dass es da eine andere Zeitzone gibt. Es wird IMMER einen Platz auf diesem Planeten, wo jemand schläft, während der andere arbeitet. Und wer behauptet, dass in Frankreich und Österreich nach der normalen 10h Arbeitszeit jemand dringend anrufen würde, dann ist das derartig an den Haaren herbeigezogen, dass es nur so kracht.

Auch eine Unart dass "Flexibilisierung" gesagt wird (wogegen ja nicht grundsätzlich was zu sagen ist) und "Ausweitung der Regelarbeitszeit" gemeint wird (was grundsätzlich eine Zumutung sein wird.

Wie wärs wenn man die 6 Urlaubswoche denen gibt die NICHT 25 Jahre Jobsicherheit genossen haben.

Genau das wird meines Wissens grad als Gegendeal verhandelt. Wenn's kommt, finde ich den Abtausch gar nicht mal schlecht. Mal sehen.

Es gibt viel zu tun in der Sozialpolitik, denn es haben sich einige Ungereimtheiten

eingebürgert. Eine Ausdehnung der Arbeitszeit auf 12 Stunden, ist bei den Arbeitslosenzahlen ein absolutes No Go. Es kann höchstens in ganz wenigen Branchen und unter ganz besonderen Umständen auf freiwilliger Basis erlaubt werden.
Wir machen in Österreich Überstunden genug, die letzten Endes viele Arbeitsplätze kosten und einseitig den AG viele Vorteile bieten.
Ich baue da auf die Gewerkschaften und auf die AK, die sich damit im Sinne der Arbeitnehmer auseinandersetzen werden.

Die Sache mit den Überstunden sind ja der Knackpunkt:

Natürlich fallen zuviele Überstunden an. Das ist auch für den Arbeitgeber teuer.
Durch eine Ausweitung der Regelarbeitszeit egal ob zeitlich limitiert oder generell, fällst um den Ausgleich an Zeit und Geld um, weil mehr "Normalstunden" anfallen. Auch WoE Stunden werden dann nicht mehr "besser bezahlt".
Im Endeffekt kommst als AN billiger als jetzt.

Solange es aber auch dann noch billiger ist, Dich auch darüber hinaus Überstunden machen zu lassen,(und das kommt dann "noch billiger" als jetzt), fehlt der "Anreiz" statt dessen einen weiteren AN einzustellen.
Daher wird das - wenn überhaupt - auch einen schlechten Effekt auf die Arbeitslosenzahlen haben. Die werden nicht weniger.

Wo bitte gibt es dann mehr Normalstunden? die Rechnung würde ich gerne sehen

Hallo cat!

Nachsatz:
Und es wird doch keiner annehmen dass das "Mehr" an Regelstunden auch mit einem "Mehr" an Gehalt einhergehen wird. Das bedeutet mehr Monatsstunden zum selben Gehalt, = weniger Stundenlohn.

Die "ersparte" Differenz zur jetzt anfallenden Überstundenvergütung (Zeit bzw Geld) wird wohl nicht dem Arbeitnehmer zugute kommen.
Wetten?

Posting 1 bis 25 von 2062

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