Britisches U-Boot sucht nach MH370

2. April 2014, 10:29
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Polizeichef: Rätsel um Maschine wird womöglich nie gelöst werden

Kuala Lumpur/Perth - Dreieinhalb Wochen nach dem rätselhaften Verschwinden von Flug MH370 von Malaysia Airlines verstärkt nun auch ein U-Boot die Suche nach der Maschine. Das britische Boot "HMS Tireless" traf am Mittwoch im Indischen Ozean ein, wie die Royal Navy mitteilte. Die Zeit drängt: Die Black Box der Boeing 777 kann nur noch bis etwa 8. April Signale senden.

Es ist das erste Mal, dass ein U-Boot sich an der Suche nach der Passagiermaschine beteiligt, die am 8. März mit 239 Menschen an Bord verschwunden war. Nachdem bisher nur Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz kamen, hoffen die australischen Behörden, von denen die Suche koordiniert wird, nun auf Fortschritte. Sie warnten aber zugleich vor zu großen Erwartungen.

Zeit wird knapp

Großbritannien schickte zudem ein weiteres Schiff zur Verstärkung des australischen Marineschiffs "Ocean Shield". Dieses soll Ende der Woche in dem Suchgebiet eintreffen, das mit rund 319.000 Quadratkilometer etwa so groß wie Norwegen ist. Dann wird die Zeit knapp, weil die Black Box mit mit dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder nur etwa einen Monat lang Signale aussenden kann. Die darin enthaltenen Daten sind aber wichtig, um das Rätsel um die verschollene Maschine zu lösen.

Malaysias Regierungschef Najib Razak wollte sich an Ort und Stelle persönlich bei den Suchmannschaften für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken. Zudem wolle man damit ein Signal an die Familien der Opfer und an die Welt senden, dass die Regierung bei der Suche engagiert vorgeht, sagte der Politologe James Chin von der Monash-Universität im malaysischen Bandar Sunway.

Derweil warnte der malaysische Polizeichef Khalid Abu Bakar, das Rätsel um Flug MH370 werde womöglich nie gelöst werden. "Geben Sie uns mehr Zeit", sagte Polizeichef Khalid Abu Bakar am Mittwoch laut Dow Jones Newswires vor Reportern in Kuala Lumpur. "Es könnte sogar sein, dass wir die wahre Ursache des Vorfalls nie erfahren."

Vorwürfe gegen malaysische Behörden

Rund zwei Drittel der Passagiere an Bord waren Chinesen, deren Angehörige immer wieder schwere Vorwürfe gegen die malaysischen Behörden erhoben. Die Ermittler versuchen vor allem, den Hintergrund der Passagiere zu durchleuchten - mögliche Gründe für das Verschwinden der Maschine sind demnach eine Flugzeugentführung, Sabotage oder psychische Probleme von Passagieren oder der Crew.

Die Ermittlungen liefen weiter, sagte Polizeichef Khalid. Bisher gebe es mehr als 170 Aussagen. "Es gibt aber noch mehr Menschen, die wir befragen müssen", fügte er hinzu.

Die malaysische Maschine war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Im Indischen Ozean wird nach Trümmern gesucht. Erst am Wochenende verlegte Australien das Suchgebiet um rund 1.100 Kilometer. Nach Behördenangaben flog die Boeing 777 vermutlich schneller als bisher angenommen, verbrauchte deswegen mehr Treibstoff und stürzte früher in den Indischen Ozean als zuvor berechnet. Von Flugzeugen gesichtete und dann von Schiffen geborgene Gegenstände entpuppten sich bisher als Müll. (APA, 2.4.2014)

  • Am Montag entdeckte ein Suchflugzeug der neuseeländischen Luftwaffe dieses Objekt im indischen Ozean
    foto: reuters/rob griffith

    Am Montag entdeckte ein Suchflugzeug der neuseeländischen Luftwaffe dieses Objekt im indischen Ozean

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