HTC One (M8) im Test: Smartphonetraum mit kleinen Schönheitsfehlern

6. April 2014, 10:00
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Tolle Verarbeitung trifft auf ambitionierte, aber nur begrenzt gelungene Kamera - Flink, lange Akkulaufzeit

Von KritikerInnen gelobt, von der breiten Masse verschmäht: Hersteller HTC hätte es sich für sein im Februar 2013 vorgestelltes HTC One wohl eher andersherum gewünscht. Ein gutes Jahr später probiert man es nun noch einmal: Das HTC One (M8) soll alte Stärken mit neuen Vorzügen verbinden. Ob dies auch tatsächlich gelungen ist, soll im folgenden Test einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Design

Der erste Eindruck gefällt dabei schon mal: Die viel gepriesen Designlinie des Vorgängermodells hat HTC weitgehend beibehalten, an so mancher Stelle aber noch Feinschliff vorgenommen. Die Rückseite wurde etwas stärker abgerundet, zudem kommt noch weniger Kunststoff als beim Vorjahresmodell zum Einsatz. Herausgekommen ist ein beinahe zur Gänze aus einem Stück Aluminium gefertigtes Smartphone, von dessen edlem Äußeren der Großteil des Mitbewerbs nur träumen kann. Freilich muss man auch damit leben könne, dass so ein Stück Aluminium etwas rutschiger und kälter als aufgeraute Kunststoffe sind, wie sie bei vielen Konkurrenten zum Einsatz kommen.

Anordnung

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt: Dass der Einschaltknopf an der Oberseite des Geräts angebracht ist, ist zwar aus technischer Sicht durchaus verständlich, ist in diesem doch auch jener Infrarot-Blaster verborgen, der das HTC One (M8) als Universalfernbedienung nutzbar macht. Das ändert aber nichts daran, dass dieses Stelle mit einer Hand nur schwer erreichbar ist.

Größe

Dieser Umstand fußt nicht zuletzt in einer der zentralen Neuerungen des M8: Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Bildschirm eine Spur größer gestaltet. Statt 4,7 stehen nun also 5 Zoll im entsprechenden Kästchen auf der Spezifikationsliste. Apropos Spezifikationsliste: Folgt man den Smartphone-Vorstellungen des ersten Halbjahres 2014 dürfte aktuell so etwas wie ein temporäres Fünkchen Vernunft in die Branche eingekehrt sein. Statt die Display-Auflösungen immer weiter ohne wirklich sichtbare Auswirkungen auf die Bildqualität - aber mit negativen Konsequenzen für den Akkuverbrauch - nach oben zu treiben, bleiben beinahe alle Hersteller vorerst bei 1.920 x 1.080 Pixel. Das gilt auch für das HTC One (M8).

Bildschirm

Wer gerne Smartphonequartett spielt, darf jetzt korrekterweise anmerken, dass die Pixeldichte durch den größeren Bildschirm sogar etwas zurück gegangen ist. Die verbliebenen 441 PPI sind aber noch immer mehr als ausreichend für ein gestochen scharfes Bild, insofern macht sich das mit freiem Auge in keiner Weise bemerkbar. Ganz im Gegenteil bietet das M8 einen hervorragendes Bild, an dem es fast nichts auszusetzen gibt, lediglich bei der Farbechtheit könnte es noch einen Tick besser sein.

Groß

Weniger gefällt hingegen, dass der größere Bildschirm sich auch in anderen Eckdaten bemerkbar macht. So ist das HTC One des Jahres 2014 mit 160 Gramm spürbar schwerer als sein Vorgänger (143 Gramm). Zudem gehört es zu den größten Geräten der 5-Zoll-Liga. Im Vergleich zum Nexus 5 von Google ist es beinahe einen Zentimeter länger (146,4 vs. 137,9 mm), und das bei gleicher Bildschirmgröße. Warum dem so ist, lässt sich nur spekulieren, HTC besteht aber darauf, dass es sich dabei nicht um eine bloße Designentscheidung handelt, sondern der Platz auch tatsächlich für die verbaute Hardware benötigt wird.

Ton

Eine gewisse Rolle dürften dabei die an der Vorderseite angebrachten Stereo-Lautsprecher spielen, die qualitativ im Smartphone-Umfeld tatsächlich ihresgleichen suchen. Zweifellos ein echtes Highlight des HTC One (M8) - wie auch schon beim Vorgänger. Ob es sich für Außenlautsprecher wirklich lohnt mehr Platz zu verbrauchen, ist freilich eine andere Frage. Denn wer verwendet schon sein Smartphone um damit regelmäßig einen Raum zu beschallen?

Navigation

Doch noch einmal zurück zum Bildschirm: Hier hat HTC eine prinzipiell durchaus sinnvolle Änderung vorgenommen, die in der konkreten Ausformung aber zur Farce verkommt. So sind die Softtouchknöpfe des Vorgängermodells verschwunden, die Navigation ist also direkt in den Bildschirm gewandert, wie es Google seit geraumer Zeit bei seinen eigenen Geräten vormacht. Leider wird durch diese Maßnahme allerdings keinerlei Platz gespart. Dort wo beim HTC One noch die Navigation zu finden war, prangt nun eine Zeile, die einzig und alleine von einem HTC-Logo geprägt wird. Jenseits der Frage, ob solch aufdringliches Branding wirklich notwendig ist, bleibt der Umstand, dass das HTC One einen deutlich größeren Rahmen um den Bildschirm aufweist, als irgendein anderes aktuelles Top-Smartphone.

Speicherplatz

Eine weitere etwas verblüffende Änderung des HTC One (M8) im Vergleich zum Vorgänger: Der interne Speicherplatz sinkt von - je nach Ausführung - 32/64 GB auf 16/32 GB. Zum Trost gibt es nun aber wieder einen MicroSD-Slot, über den dieser Platz erweitert werden kann. Darüber hinaus wechselt das M8 von MicroSIM auf NanoSIM, wie sie auch von Apple verwendet wird. LTE-Verbindungen wurden beschleunigt (Category 4 statt Category 3), in Fragen WLAN wird weiterhin 802.11a/b/g/n/ac unterstützt, Bluetooth-4.0-Support darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Kamera

Einen Extrapunkt hat sich die Kamera des HTC One (M8) verdient, gehörte diese doch schon beim Vorgänger zu den umstrittensten Punkten. Während manche von deren Low-Light-Stärken geradezu begeistert waren, kritisierten andere die mittelmäßige Auflösung, die bei guten Lichtverhältnissen weniger Details bietet als die Konkurrenz. Eine Situation, die sich noch durch die Neuvorstellungen des letzten Jahres verschärfte, die zum Teil mit signifikanten Verbesserungen an den Smartphone-Kameras aufwarten konnten.

Ultrapixel

Um so mehr verblüfft es, dass HTC die grundlegenden Kerndaten der Kamera weitgehend unverändert lässt. So gibt es weiterhin "nur" einen 4-Megapixel-Sensor, der statt auf möglichst viele Bildpunkte lieber auf die sogenannten "Ultrapixel" setzt, die durch ihre Größe besonders viel Licht einfangen können, was vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen äußerst nützlich ist.

Tiefeninformationen

Neu ist allerdings, dass der primären Kamera nun eine zweite zur Seite gestellt wird. Diese dient allerdings nicht dazu, um ebenfalls Fotos zu machen - technisch gesehen ist diese auch deutlich schwächer, und entspricht der Frontkamera des 2013er-Modells - sondern, um zu jeder Aufnahme zusätzlich Tiefeninformationen einzufangen.

Processing

Auf Basis dieser Daten bietet HTC dann eine ganze Reihe von Post-Processing-Effekten in seiner Kamerasoftware an. So ist es mit "UFocus" möglich nachträglich eine Art Tiefeneffekt auf einzelne Objekte anzuwenden, oder 3D-Wackelbilder zu erstellen. Wer will kann auch Hintergrund von Vordergrund trennen, und separat mit Effekten versehen oder anderen Bildern kombinieren. Alles durchaus nett und sicher partytauglich, und doch hat so etwas immer den Hauch des reinen Gimmicks. Insofern darf natürlich die Frage aufgeworfen werden, ob es sich dafür tatsächlich lohnt Extra-Hardware zu verbauen, die zur Bildqualität selbst nichts beiträgt.

Tricky

Angemerkt sei auch, dass durch die Anordnung der zweiten Kamera gut auf die Handhaltung beim Fotografieren geachtet werden muss. All zu leicht kommt es vor, dass man diese unabsichtlich abdeckt - und dann keinerlei Tiefeninformationen aufgezeichnet werden.

Leider wurde für das HTC One (M8) im Gegenzug auf die optische Bildstabilisierung (OIS) des Vorgängers verzichtet. Diese zählte zwar nicht unbedingt zu den besten am Markt, und doch macht sich dieser Verlust vor allem bei Videoaufnahmen negativ bemerkbar. Im Gegenzug ist die Kamera deutlich flotter als jene des Vorgängers und gehört mit einer durchschnittlichen Autofokuszeit von 0,3 Sekunden zu den schnellsten in diesem Umfeld. Ein weiteres Plus ist die ausgereifte Kamerasoftware von HTC, die mit vielen Einstellungsmöglichkeiten glänzt, ohne das Interface vollkommen zu überladen, wie es bei manch anderem Hersteller der Fall ist.

Zu wenig

All dies ändert aber nichts an den grundlegenden Schwächen der Kamera des HTC One (M8). Die vom Vorjahresmodell übernommene Optik kann mit den in anderen aktuellen Top-Smartphones verbauten Komponenten einfach nicht mehr mithalten. Zwar sind Megapixel bei weitem nicht jene einzig qualitätsbestimmende Komponente, als die sie gerne dargestellt werden, insofern ist HTCs Ultrapixel-Ansatz prinzipiell durchaus Respekt zu zollen. Und doch wirken die 4 Megapixel von HTC mittlerweile einfach nicht mehr zeitgemäß. Zumal so manches Laptop-Display hier mittlerweile mehr bietet, und die Bilder auf diesem dann "aufgeblasen" werden müssen. Zumindest ein sanftes Update auf 8 Megapixel hätte dem One M8 gut getan, um den Defiziten bei guten Lichtverhältnissen entgegenzutreten. Im Test hat zudem immer wieder der automatische Weißabgleich des Geräts versagt, dabei dürfte es sich aber wohl um ein mit einem Update zu bereinigendes Softwareproblem handeln.

Zweite Kamera

Neben der rückseitigen Kamera gibt es natürlich auch eine an der Vorderseite, die mit satten 5 Megapixel aufwarten kann - und damit rein nummerisch sogar mehr als die Hauptkamera bietet. Damit darf dann in bisher nicht gekannter Qualität dem narzistischen Drang zum Selbstbildnis gefrönt werden. Wer kein solche Ansinnen hegt, kann die entsprechende Komponente noch immer für Videotelefonie und ähnliche Aufgaben nutzen. (Deutlich) Bessere Fotos tätigt natürlich trotzdem die Hauptkamera, sei nur zur Ergänzung erwähnt.

Laufzeit

Eine Überraschung der positiven Prägung gibt es hingegen an anderer Stelle zu berichten: Die Laufzeit des HTC One (M8) liegt deutlich über dem, was anhand eines flüchtigen Blicks auf die Eckdaten des Geräts zu erwarten wäre. Dieses listen nämlich einen Akku mit 2.600 mAh und damit nur ein moderates Update im Vergleich zum Vorjahresmodell (2.300 mAh). Vor allem die Optimierungen an der Prozessortechnologie sind es aber, die trotzdem zu einer signifikant verbesserten Laufzeit führen, und dem HTC One (M8) zum Teil sogar bessere Werte als dem LG G2 bescheren. Selbst bei relativ starker Nutzung waren im Test abends noch immer 30-40 Prozent Akku übrig, ein sehr erfreulicher Fortschritt.

Power Saving

Falls es dann doch einmal knapp mit dem Akku werden sollte, bietet HTC - wie andere Hersteller auch - einen "Extreme Power Saving Mode". Dieser reduziert die Smartphonenutzung auf wenige ausgewählte Apps, macht den Bildschirm weniger hell und reduziert die Prozessorgeschwindigkeit. Auch Hintergrundservices werden weitgehend deaktiviert. In Summe soll das Smartphone so mit 5 Prozent Akku noch 15 weitere Stunden durchhalten.

Fix heißt fix

Der Akku ist übrigens fix verbaut, und im Vergleich zu beispielsweise einem Nexus 5 ist das Wort "fix" hier auch relativ wörtlich zu nehmen. Ist das HTC One (M8) doch alles andere als trivial auseinanderzunehmen, wie der gewohnte Teardown von iFixit gezeigt hat.

CPU

Als Hauptprozessor dient ein Snapdragon 801, der mit maximal 2,36 GHz getaktet ist, und vier Kerne (Krait 400) einsetzt. Zur Seite steht ihm eine Adreno 330 GPU, die für die Grafikaufgaben zuständig ist. In Summe ergibt sich daraus ein eher moderates Speed-Upgrade, vor allem im Vergleich zum bereits im Vorjahr oft verbauten Snapdragon 800 sind die Unterschied kaum bemerkbar. Am ehesten zeigt sich das Upgrade noch bei der Grafikperformance, wo der schnellere Takt (von 450 auf 578 Mhz) gemeinsam mit anderen Optimierungen in Benchmarks immerhin 20-30 Prozent flotter ist als ein Snapdragon 800. Wichtigste Verbesserung des Snapdragon 801 bleibt trotzdem die bereits erwähnte, reduzierte Leistungsaufnahme, die unter anderem auf den schlankeren 28nm-Fertigungsprozess zurückzuführen ist.

Mogeleien

Subjektiv ist die zusätzliche Rechenkraft jedenfalls kaum zu bemerken, was aber natürlich auch daran liegen mag, dass es schon beim Vorgängermodell in dieser Hinsicht kaum etwas Negatives zu bemerken gab. Äußerst unerfreulich ist hingegen, dass es sich HTC einmal mehr nicht nehmen konnte, Extra-Routinen für Benchmark-Schummeleien einzubauen. Wo selbst Samsung mittlerweile von solchen Maßnahmen Abstand nimmt, hat HTC diese für das One M8 sogar besser zu verstecken versucht. Genutzt hat dies natürlich nichts, wurde doch auch diese Trickserei prompt aufgedeckt. Statt wie früher gleich beim Start die CPU-Frequenz ganz nach oben zu drehen, wurde die Lastverteilung spezifisch "optimiert". Ein Modus, der von Haus aus nur bei Benchmark-Apps zum Einsatz kommt, für Experimentierfreudige aber zumindest in den versteckten Entwicklereinstellungen des Geräts generell aktiviert werden kann. Ob dies anzuraten ist, ist natürlich eine andere Frage, immerhin mag es gute Gründe geben, warum HTC diese Einstellung nicht von Haus aus aktiviert - etwa was die Hitzeentwicklung anbelangt.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 4.4.2 mit den gewohnten HTC-spezifischen Anpassungen in Form von Sense zum Einsatz, hier in der Version 6.0 enthalten. Im Vergleich zu früheren Ausgaben der Software hat HTC die Eingriffe ins System weiter reduziert. Der letztes Jahr noch zentral platzierte Nachrichtensammler Blinkfeed ist jetzt links vom primären Homescreen zu finden - ähnlich wie es Google bei seinen Nexus-Geräten mit Google Now macht.

Dezent(er)

Auch sonst zählt Sense definitiv zu den besseren Android-Anpassungen. Positiv fällt etwa auf, dass sich der Großteil der HTC-Anpassungen - vergleichsweise - gut ins restliche Android 4.x-Interface einpassen. So erspart man sich beispielsweis das Vollstopfen des Benachrichtigungsbereichs, wie es Samsung und LG vornehmen, sondern erweitert lieber einfach die Schnelleinstellungen von Google um einige Punkte. Dieses Lob gilt auch für die diversen HTC-eigenen Apps, die mitgeliefert werden. Von Alben bis zu Radio, alle haben sie ihren eigenen Stil, der aber gut mit dem aktuellen Android-Look kombiniert. Auch die Default-Widgets haben einen deutlich reduzierten Stil im Vergleich zu früheren Jahren.

Google-Play-Updates

Und es geht weiter mit den freundlichen Worten: Mit HTC hat sich nämlich ein weiterer Hersteller dazu entschlossen, einen Teil der eigenen Apps über den Play Store aktuell zu halten. Für die NutzerInnen birgt dies ausschließlich Vorteile: Auf diese Weise werden künftig zusätzliche Systembestandteile ohne große Updates laufend auf dem aktuellen gehalten, nicht zuletzt aus einer Sicherheitsperspektive ein echter Vorteile. So werden gleich nach der Einrichtung des Geräts gleich einige HTC-Apps aktualisiert, darunter die Alben, oder auch Sense TV zur Fernsehersteuerung. Interessanterweise gibt es sogar eine App namens "HTC Service Pack". Bleibt abzuwarten, ob damit auch Teile des Systems per Play Store auf dem Laufenden gehalten werden können.

Datenweitergabe

Interessanterweise hat sich HTC dazu entschlossen die Autorisierung für seinen Service HTC Advantage per Google+ Signin vorzunehmen. Privatsphärenbewusste NutzerInnen könnten sich an den recht weitreichenden Informationen, die sich HTC auf diesem Weg vom jeweiligen Google-Account holt, stoßen. Wer sich trotzdem darauf einlässt, bekommt neben diversen Servicefunktionen auch 50 GB Speicherplatz auf Google Drive für zwei Jahre kostenlos angeboten.

Vereinzelter Optimierungsbedarf

In Fragen Softwareausstattung gibt sich das HTC One (M8) nicht gar so opulent wie mancher Konkurrent - und das ist durchaus eine gute Entscheidung. Die eine oder andere unnötige Dopplung gibt es trotzdem, etwa dass zwei Browser installiert werden, oder dass neben Google Play Music auch noch HTC Music vorhanden ist. Hier hätte es jeweils ein Exemplar auch getan.

Softwareausstattung

Ansonsten gibt es unter anderem einen eigenen Automodus, eine Kindersicherung mittels der App Zoodles, eigene Wetter-Apps und die Möglichkeit kurze "Zoe"-Clips aus den eigenen Fotos und Videos zu erstellen. Diese waren letzte Jahr noch eines der am meisten beworbenen Features, mit der neuen Gerätegeneration treten sie etwas weniger prominent auf.

Gesten

Die Kern-User-Experience erweitert HTC um eine Reihe von Gesten. So lässt sich das Gerät mittels einem doppelten Tippen auf den Bildschirm entsperren. Wird das Gerät seitlich gehalten und der Lautstärke-Hoch-Knopf gedrückt, startet hingegen unverzüglich die Kamera. Solche Gesten sind durchaus hilfreich, ersparen sie doch den - wie eingangs erwähnt - mühsamen Griff zum Power-Knopf.

Dot View Cover

Eine echte Empfehlung zum HTC One (M8) ist das extern erhältliche Dot View Cover. Diese Schutzhülle versetzt das Gerät im geschlossenen Zustand in einen Spezialmodus, bei dem minimale Informationen wie Wetter und Datum dargestellt werden. So weit auch von anderen Smartphones bekannt. Anstatt hier aber eine große Aussparung vorzunehmen, bietet das Dot View Cover lauter kleine Löcher, die einen pixeligen Retro-Stil für die Darstellung ergeben. Eine äußerst gelungene optische Umsetzung.

Fazit

Eines vorweg: Das HTC One (M8) ist ein hervorragendes Smartphone. Es ist flink, hat einen tollen Bildschirm und in Fragen Verarbeitung kann HTC derzeit kein anderer Android-Hersteller das Wasser reichen. Auch die Akku-Laufzeit und die relativ dezenten Softwareanpassungen sind ein echtes Plus. Und doch kann das Fazit nicht uneingeschränkt positiv ausfallen.

Minus

Vor allem bei der Kamera hat man das Gefühl, dass hier mehr gegangen wäre. Die Idee mit dem Tiefenmesser ist innovativ, bringt aber für die grundlegende Bildqualität wenig. Zwar eine zugegebenermaßen nette Spielerei, aber dann im Endeffekt zumindest derzeit doch nicht mehr als das: Eine Spielerei. Die pure Fotoqualität ist hingegen bereits jetzt im Mittelfeld der verfügbaren Geräte anzusiedeln, und das bevor die restlichen Top-Smartphones des 2014er-Jahrgangs auf den Markt kommen.

Ausprobieren

Trotzdem: Wer aktuell auf der Suche nach einem neuen Android-Smartphone ist, sollte das HTC One (M8) ernsthaft in Erwägung gehen. Es wäre schlicht unverdient, wenn auch die aktuelle Smartphonegeneration wieder so sang- und klanglos gegen die Konkurrenz von Samsung untergehen würde, wie es der Vorgänger getan hat. Dazu hat HTC einfach auch viel zu viel richtig gemacht.

Verfügbarkeit.

Das HTC One (M8) ist seit dem 4. April in Österreich bei allen Mobilfunkern in Kombination mit unterschiedlichen Tarifen zu haben. Ohne Vertragsbindung wird es ab einem Listenpreis von 679 Euro gehandelt, wobei die Straßenpreise wohl recht bald deutlich darunter liegen werden. Es gibt Ausführungen, in Grau, Silber und Gold. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 5.4.2014)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testgerät wurde von HTC für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Link

HTC One (M8)

Nachlese

High-End-Androide: HTC One mit Dual Camera vorgestellt

Teardown: Neues HTC One lässt sich schwer reparieren

  • Das HTC One (M8) weiß mit edlem Äußeren zu gefallen.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Das HTC One (M8) weiß mit edlem Äußeren zu gefallen.

  • Die Rückseite des HTC One (M8) ist praktisch durchgehend aus gebürstetem Aluminium. Gut zu sehen ist auch die zweite Kamera, die Tiefeninformationen sammelt.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Die Rückseite des HTC One (M8) ist praktisch durchgehend aus gebürstetem Aluminium. Gut zu sehen ist auch die zweite Kamera, die Tiefeninformationen sammelt.

  • Ein echtes Highlight ist das extern erhältliche Dot View Cover, das grundlegende Informationen optisch nett aufbereitet bietet.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Ein echtes Highlight ist das extern erhältliche Dot View Cover, das grundlegende Informationen optisch nett aufbereitet bietet.

  • Obwohl beide Geräte einen 5-Zoll-Bildschirm aufweisen, ist das HTC-Smartphone deutlich größer als Googles Nexus 5.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Obwohl beide Geräte einen 5-Zoll-Bildschirm aufweisen, ist das HTC-Smartphone deutlich größer als Googles Nexus 5.

  • Sense 6.0 setzt den Trend zur Reduktion der Android-Modifikationen durch HTC fort.
 
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Sense 6.0 setzt den Trend zur Reduktion der Android-Modifikationen durch HTC fort.

     

  • BlinkFeed ist wieder mit dabei, aber etwas weniger prominent platziert und vor allem mittlerweile deutlich flexibler geworden.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    BlinkFeed ist wieder mit dabei, aber etwas weniger prominent platziert und vor allem mittlerweile deutlich flexibler geworden.

  • Der App-Launcher von HTC ist zwar gut anpassbar wirkt aber etwas altbacken im Vergleich zum restlichen System.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Der App-Launcher von HTC ist zwar gut anpassbar wirkt aber etwas altbacken im Vergleich zum restlichen System.

  • Eine der Änderungen von HTC ist der eigene Task Switcher, der zumindest den Vorteil hat mehr Apps auf einmal auf den Bildschirm zu bekommen als die Lösung von Google.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Eine der Änderungen von HTC ist der eigene Task Switcher, der zumindest den Vorteil hat mehr Apps auf einmal auf den Bildschirm zu bekommen als die Lösung von Google.

  • Ansonsten lautet das Motto bei HTC: Ergänzen nicht vollständig austauschen. Im Bild die Schnelleinstellungen.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Ansonsten lautet das Motto bei HTC: Ergänzen nicht vollständig austauschen. Im Bild die Schnelleinstellungen.

  • Der "Extreme Power Saving Mode" verlängert die Laufzeit bei Bedarf erheblich.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Der "Extreme Power Saving Mode" verlängert die Laufzeit bei Bedarf erheblich.

  • Die HTC-eigenen Apps, wie die abgebildete Radio-Anwendung, passen sich gut in den restlich Android-4.x-Look ein.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Die HTC-eigenen Apps, wie die abgebildete Radio-Anwendung, passen sich gut in den restlich Android-4.x-Look ein.

  • Eine Stärke der Kamera des HTC One (M8): Sie ist sehr flink, erlaubt damit auch sonst schwierige Schnappschüsse.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Eine Stärke der Kamera des HTC One (M8): Sie ist sehr flink, erlaubt damit auch sonst schwierige Schnappschüsse.

  • Allerdings werden bei genauerer Betrachtung schnell die mangelnden Details sichtbar, die aus der geringen Auflösung des Sensors resultieren.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Allerdings werden bei genauerer Betrachtung schnell die mangelnden Details sichtbar, die aus der geringen Auflösung des Sensors resultieren.

  • Bei schlechteren Lichtverhältnissen liefert das HTC One durchwegs gute, wenn jetzt auch nicht jene herausragende Aufnahmen, wie sie das Ultrapixel-Konzept verspricht.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Bei schlechteren Lichtverhältnissen liefert das HTC One durchwegs gute, wenn jetzt auch nicht jene herausragende Aufnahmen, wie sie das Ultrapixel-Konzept verspricht.

  • Dank der Informationen der zweiten Kamera können diverse Post-Processing-Effekte auf Fotos angewendet werden. So lässt sich etwa mit UFocus nachträglich eine Art Tiefenschärfe mit unterschiedlichen Fokuspunkten auf Bilder anwenden. Hier einmal auf die Android-Eule und...
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    Dank der Informationen der zweiten Kamera können diverse Post-Processing-Effekte auf Fotos angewendet werden. So lässt sich etwa mit UFocus nachträglich eine Art Tiefenschärfe mit unterschiedlichen Fokuspunkten auf Bilder anwenden. Hier einmal auf die Android-Eule und...

  • ...das andere mal auf die Katze gelegt. Wie das Beispiel aber auch zeigt, funktioniert dies nicht immer optimal. Besser geht es wenn ein klarer Abstand zwischen Vorder- und Hintergrund ist. Aber auch in diesen Fällen bleiben Fehler der Berechnung an den Rändern sichtbar.
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at

    ...das andere mal auf die Katze gelegt. Wie das Beispiel aber auch zeigt, funktioniert dies nicht immer optimal. Besser geht es wenn ein klarer Abstand zwischen Vorder- und Hintergrund ist. Aber auch in diesen Fällen bleiben Fehler der Berechnung an den Rändern sichtbar.

  • Die Kamerasoftware gefällt hingegen mit vielen Einstellungsmöglichkeiten.
    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Die Kamerasoftware gefällt hingegen mit vielen Einstellungsmöglichkeiten.

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