Wein mit Vorbildwirkung

Kolumne11. April 2014, 10:56
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Die Weine des jüngsten Jahrgangs werden jetzt langsam herausgebracht - Auch wenn vieles klassisch ist, gibt es Unterschiede

"Klassisch" findet Hausknecht Melchior in Johann Nepomuk Nestroys "Einen Jux will er sich machen" jeden und alles, bis seine Umgebung gereizt reagiert. Damit bezeichnete Dinge sind nicht nur bei Nestroy "typisch", "mustergültig" oder "zeitlos - nicht von der Mode abhängig". Klassisch ist auch ein beliebter Begriff im Wein, der in vielerlei orthografischen Erscheinungsformen auftritt: Klassik, Classic, als Mischform Classik oder mit französischer Eleganz als Classique.

Meistens wird der Begriff für einen Weinstil verwendet, bei dem sich alles um Frucht und Rebsortenausdruck dreht. Die STK-Weingüter haben für ihre "Steirische Klassik" alles detailliert bis hin zu Restzucker und Alkohol festgelegt und damit einen Weinstil kreiert, der Vorbildwirkung hatte.

Nachdem dabei heute in erster Linie an Ausbau in Stahltanks und an Vergärung mit Reinzuchthefen gedacht wird, auch wenn dies nicht in Stein gemeißelt ist, hat der Winzer Gottfried Lamprecht aus der Südoststeiermark für sich selbst eine eigene, weiter gefasste und ebenfalls schöne Interpretation gefunden: "in einer bestimmten Region unter dortigen kulturellen und, ganz wichtig, traditionellen Voraussetzungen gewachsen und hergestellt".

Fest steht, dass klassische Weine des jüngsten Jahrgangs jetzt langsam herausgebracht werden. Beim Probieren kann man sich wunderbar eigene Gedanken machen. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 4.4.2014)

  • Fest steht, dass klassische Weine des jüngsten Jahrgangs jetzt langsam herausgebracht werden.
    foto: dpa/boris roessler

    Fest steht, dass klassische Weine des jüngsten Jahrgangs jetzt langsam herausgebracht werden.

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