Mikl-Leitner, wortelastisch

Einserkastl1. April 2014, 17:58
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Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ist um Ansagen nie verlegen

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ist um Ansagen nie verlegen, erinnern wir uns nur an ihre Forderung "Her mit dem Zaster, her mit der Marie". Nun, Zaster und Marie (jedenfalls die aus Hypo und Finanzministerium) sind und bleiben weg - lernen können wir von der Politikerin aber trotz dieses ihres Misserfolgs.

Etwa in der Disziplin Wortelastizität. Da bahnt sich im Schlepperprozess gerade wieder eine Justiz- bzw. Ermittlungspleite an (die Anklage erweist sich als löchrig), die Ministerin hatte aber schon im August 2013 ihr Urteil gefällt. "Wir wissen, dass es sich hier um einen Schlepperring handelt, der auf brutalste Art und Weise vorgeht", gab sie im Kurier und im Indikativ zu Protokoll. "Wenn es Probleme mit schwangeren Frauen gab, wurden diese hilflos auf der Route zurückgelassen." Wie sie ihre Äußerung im Licht der neuesten Erkenntnisse sieht, fragt Ö1 nun bei Mikl-Leitner nach. "Das bezieht sich auf eine Aussage generell, wie Schlepperringe agieren, und die greifen auch zu derartigen Methoden", antwortet sie.

Ein Schelm, wer denkt, die Ansage der eisernen Hand Erwin Prölls habe damals mit den anstehenden Wahlen zu tun gehabt, diesen Vorwurf weist Mikl-Leitner "zur Gänze von der Hand". Sie könne sich schließlich nicht aussuchen, wann Ermittlungen erfolgen.

Ihre Kommentare könnte sich die Ministerin aber schon aussuchen - ob generelle oder spezielle, ist da sogar egal. (Renate Graber, DER STANDARD, 2.4.2014)

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