DiTech-Masseverwalter will Investor diese Woche sehen, sonst Konkurs

1. April 2014, 15:46
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Beim insolventen Computerhändler DiTech drängt die Zeit

Beim insolventen Computerhändler DiTech drängt die Zeit. Masseverwalter Günther Hödl will noch diese Woche einen Investor sehen, sonst wird aus dem Sanierungs- ein Konkursverfahren. "Diese Woche muss eine Entscheidung fallen, da sonst immer neue Verbindlichkeiten auflaufen", sagte Hödl am Dienstag. DiTech verhandelt mit einer österreichischen Investorengruppe. Der Name ist nicht bekannt.

92 der 254 Mitarbeiter müssen gehen

Das Insolvenzverfahren über DiTech ist vergangenen Dienstag offiziell eröffnet worden. Laut Gläubigerschutzverband Creditreform sollen 92 der 254 Mitarbeiter abgebaut werden - mehr als ursprünglich angekündigt. Dadurch erwartet sich die Firma eine Kostensenkung von rund 6,5 Mio. Euro pro Jahr. Die Filialen in Wien Gablenzgasse, Amstetten, Horn, Pasching, Salzburg Stadt, Kufstein, Dornbirn, Kapfenberg, Liezen und Villach sollen geschlossen werden.

Rasantes Wachstum

Im Oktober des Vorjahres war es zum ersten Mal eng für den bisherigen Vorzeigebetrieb DiTech geworden. Wegen ausstehender Zahlungen hat ein Kreditversicherer bei einem wichtigen IT-Lieferanten den Versicherungsschutz gekündigt. DiTech-Chef Damian Izdebski konnte aber noch einmal eine Finanzierung aufstellen, einen positiven Ausblick gab es auch von Kreditschützern. Der KSV1870 steht dem Sanierungsbestrebungen auch diesmal "grundsätzlich positiv" gegenüber.

DiTech hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Der Umsatz verdoppelte sich allein zwischen 2008 und 2012 auf 120 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten von DiTech erhöhten sich laut FirmenCompass zwischen 2011 und 2012 von 17,2 auf 22,7 Mio. Euro, davon 7,7 Mio. Euro bei Banken. Noch zu Beginn des Vorjahres hielt Izdebski an einer massiven Expansion fest.

Als "Garagenfirma" in Wien gegründet

DiTech leidet allerdings nicht nur am zu schnellen Wachstum, sondern am Trend hin zu Smartphones und Tablets. DiTech hingegen war als "PC-Firma" groß geworden, die Standcomputer aufgerüstet und/oder zusammengebaut hat. Hier waren die Margen auch höher. Weiters wurden Apple-Produkte in das Angebot aufgenommen, deren Spannen laut Branchenbeobachter nahezu bei null liegen sollen.

Das Unternehmen war vor 14 Jahren von Izdebski und seiner Frau als "Garagenfirma" in Wien gegründet worden. Mit dem rasanten Aufstieg wurde auch die Politik auf die polnischen Migranten aufmerksam - gerne wurden sie bei Veranstaltungen als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Integration präsentiert. Vor wenigen Tagen hatte noch eine Facebook-Gruppe unter dem Motto "Wir brauchen DiTech. Und nicht irgendwas" versucht, an der Rettung mitzuwirken. (APA, 1.4. 2014)

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    foto: apa / herbert neubauer

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