Vektorübertragene Krankheiten: Thema am Weltgesundheitstag

1. April 2014, 13:52
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Jährlich etwa eine Milliarde Erkrankungen - "Vektoren" wie Mücken oder Zecken übertragen Erreger von einem infizierten Lebewesen auf ein anderes

Am 7. April ist Weltgesundheitstag 2014. Die WHO hat die sogenannten vektorübertragenen Krankheiten zum diesjährigen Thema gemacht. Dazu gehören unter anderem die Malaria, das Dengue- und das Gelbfieber, beispielsweise auch die FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis). Sie werden von infizierten Lebewesen auf den Menschen übertragen.

Viele dieser "Vektoren" sind blutsaugende Tiere wie Mücken oder Zecken. Sie nehmen die Erreger von einem infizierten Lebewesen auf und übertragen sie auf ein anderes.

Jährlich etwa eine Milliarde Erkrankungen

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursachen solche Organismen jährlich etwa eine Milliarde Erkrankungen. Demnach sind sie für mehr als ein Sechstel aller Infektionskrankheiten und jährlich rund eine Million Todesfälle verantwortlich. Allein an der von Mücken übertragenen Malaria sterben jedes Jahr mehr als 600.000 Menschen.

Während die Welt durch hohe Investitionen in den vergangenen Jahren die Malaria bei einer anhaltend problematischen Situation etwas zurückgedrängt hat, breiten sich andere derartige Erkrankungen offenbar weiter aus.

Ein deutlich zunehmendes Problem ist beispielsweise das Dengue-Fieber als Virusinfektion durch Mücken. Es kommt bereits in rund hundert Staaten der Erde vor und bedroht rund 2,5 Milliarden Menschen. Es dürfte jährlich rund 390 Millionen Infektionen geben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stieg die Zahl der Fälle in den vergangenen 50 Jahren um das 30-Fache.

Dengue von Reisenden eingeschleppt

In Deutschland registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) im vergangenen Jahr 879 Dengue-Infektionen, in Österreich 74 importierte Erkrankungen im Jahr 2012. Es gibt keine Impfung. In Europa wird die Krankheit vor allem von Reisenden eingeschleppt.

2012 gab es aber beispielsweise auf Madeira rund 2.000 Erkrankungen. Im Fall einer Infektion reicht das klinische Spektrum von milden Formen, die fast symptomfrei verlaufen, über grippeartige Beschwerden mit Muskel- und Gelenkschmerzen bis zu hohem Fieber. In seltenen Fällen treten Schock oder Blutungen auf, die tödlich enden können.

Hauptüberträger von Dengue-Viren sind zwei Mückenarten: die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Hinter den Fällen auf Madeira steckte die Gelbfiebermücke. Eine Gefahr könnte die Asiatische Tigermücke sein, die auch in Italien, Frankreich, Spanien und seit einigen Jahren in Süddeutschland registriert wurde. Auch sie kann die Dengue-Erreger verbreiten. In Österreich gibt es zum Beispiel die FSME, die von infizierten Zecken übertragen wird. (APA/dpa/red, 1.4.2014)

  • Bei den "Vektoren" handelt es sich meistens um blutsaugende Tiere wie Mücken oder Zecken.
    foto: apa/dpa/patrick pleul

    Bei den "Vektoren" handelt es sich meistens um blutsaugende Tiere wie Mücken oder Zecken.

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