4.600 Tote am St. Pöltner Domplatz ausgegraben

1. April 2014, 12:00
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Grabungen gehen in die fünfte Saison - Rund 870.000 Euro werden 2014 investiert

St. Pölten - Die Winterpause ist vorüber und auf dem Domplatz in St. Pölten haben die Archäologen wieder mit ihrer Arbeit begonnen. Für die mittlerweile fünfte Grabungssaison wurden in der Gemeinderatssitzung am Montag finanzielle Mittel in der Höhe von 870.000 Euro beschlossen. Parallel dazu laufen die Planungen für die Neugestaltung des Domplatzes weiter.

Die archäologischen Grabungen konzentrieren sich auf den südlichen Teil des Platzes. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) erinnerte in einer Aussendung, dass der gesamte Domplatz vom Bundesdenkmalamt zum Bodendenkmal erklärt worden ist. Daher seien die archäologischen Arbeiten zwingend. Zudem würden die Ausgrabungen neue Erkenntnisse über die Geschichte der Stadt liefern.

Mehr als 20.000 Einzelfunde und 4.600 Tote

Allein im vergangenen Jahr wurden 902 Tonnen Erdmaterial händisch - mit Krampen, Schaufel, Pinsel und Kelle - abgegraben. Das Fundmaterial füllte etwa 110 Bananenkartons, die mehr als 20.000 Einzelstücke beinhalteten. Seit 2010 gab es zudem 1.111 Kleinfunde, 441 Münzen kamen zum Vorschein. Die Zahl der bisher geborgenen menschlichen Überreste lag zuletzt bei 4.600 Individuen, die alle anthropologisch untersucht wurden.

Aber auch abseits des Domplatzes werden weitere zwölf archäologische Arbeiten im Gemeindegebiet von St. Pölten durchgeführt. Im Binderhof des Diözesangebäudes etwa wurden anlässlich der Trockenlegung der Nordmauer mittelalterliche Ofenanlagen und eine an einen römischen Wohnblock angrenzende Mauer entdeckt. Auch im Bereich des ehemaligen Dunantplatzes oder bei der Neugestaltung des Herrenplatzes kamen Reste aus der Römerzeit zum Vorschein. (APA/red, derStandard.at, 01.04.2014)

  • Stadtarchäologe Ronald Risy geht am St. Pöltner Domplatz in die fünfte Grabungssaison.
    foto: mss/vorlaufer

    Stadtarchäologe Ronald Risy geht am St. Pöltner Domplatz in die fünfte Grabungssaison.

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