China: Korruptionsanklage gegen hochrangigen Militär

1. April 2014, 09:08
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Vorwürfe: Veruntreuung, Bestechung, Missbrauch von Staatsgeldern und Machtmissbrauch

Peking - Nach über zweijährigen Korruptionsermittlungen ist gegen einen ranghohen chinesischen Militärangehörigen Anklage erhoben worden. Dem früheren Generalleutnant und einstigen Vizechef der Militärlogistik, Gu Junshan, würden Veruntreuung, Bestechung, Missbrauch von Staatsgeldern und Machtmissbrauch vorgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag.

Der Zeitung "Global Times" zufolge ist Gu seit 2006 der ranghöchste Militär, der sich vor Gericht verantworten muss. Gegen Gu war mehr als zwei Jahre lang ermittelt worden. Im Jänner hatten staatliche Medien berichtet, dass der ehemalige Generalleutnant dutzende Wohnungen im Zentrum von Peking und eine stattliche Villa in der zentralen Provinz Henan besitzen soll. Das Magazin "Caixin" hatte damals außerdem berichtet, dass bei den Ermittlungen unter anderem ein goldenes Boot, ein goldenes Waschbecken und eine goldene Statue von Mao Tse-tung beschlagnahmt worden seien.

Bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping einen verschärften Kampf gegen Korruption angekündigt. Er warnte davor, die grassierende Bestechung von Funktionären könne langfristig die Kommunistische Partei zerstören. Nach seinen Worten sollten auch ranghohe Politiker und Funktionäre von den Ermittlungen nicht verschont werden. Kritikern zufolge wurden die angekündigten Anti-Korruptions-Maßnahmen bisher aber nicht im Rechtssystem verankert. (APA, 1.4.2014)

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