Frankreich: Neue Regierung wird offenbar Mittwochfrüh vorgestellt

Präsident Hollande wird Kabinett verkleinern, Wirtschaftsminister Moscovici gilt als Wackelkandidat

Paris - Nach der Ernennung von Manuel Valls zum neuen französischen Ministerpräsidenten (derStandard.at berichtete) wird mit Spannung die Zusammensetzung seiner Regierungsmannschaft erwartet. Präsident François Hollande kündigte bei der Nominierung des 51-Jährigen an, das künftige Kabinett werde kleiner und schlagkräftiger sein. Die am Montag zurückgetretene Regierung des abgelösten Premiers Jean-Marc Ayrault hatte 38 Mitglieder.

Laut der französischen Zeitung "Le Monde" wird die neue Regierung voraussichtlich Mittwochfrüh präsentiert. Der Generalsekretär des Präsidentenpalastes, Pierre-Rene Lemas, werde die neue Regierungsmannschaft vorstellen, bevor Präsident Hollande zum EU-Afrika-Gipfel nach Brüssel aufbreche, berichtete "Le Monde" am Dienstag auf ihrer Webseite.

Die "republikanische Tradition" verbiete es, die Regierung vorzustellen, wenn das Staatsoberhaupt außer Landes weile, hieß es demnach aus dem Präsidentschaftspalast. Am Dienstagnachmittag um 15.00 Uhr wird Manuel Valls offiziell das Amt des Premierministers von Jean-Marc Ayrault übernehmen. Der erste Ministerrat der neuen Regierung soll am Donnerstag stattfinden.

Opfer der Regierungsumbildung

Als mögliche Opfer der Regierungsumbildung werden in französischen Medien unter anderen Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici sowie die beigeordnete Ministerin Yamina Benguigui genannt. Letztere hatte zuletzt Schlagzeilen gemacht, weil sie in einer Pflichterklärung zu ihren Vermögensverhältnissen vermutlich falsche Angaben machte. Als weiterhin gesetzt gelten hingegen der bisherige Außenminister Laurent Fabius sowie Politiker wie Jean-Yves Le Drian (Verteidigung) und Arnaud Montebourg (Industrie).

Die bisherigen Grünen-Minister Cecile Duflot und Pascal Canfin wollen aus eigenen Stücken nicht in eine Regierung unter dem zum rechten Flügel der Sozialisten gehörenden Valls eintreten. Dessen Ernennung sei nicht die "angemessene Antwort auf die Probleme der Franzosen", kommentierten sie in einer Stellungnahme. In der Nationalversammlung haben die Sozialisten allerdings auch ohne die Grünen eine Mehrheit. (APA, 1.4.2014)

 

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22 Postings

ich sehe in diesem rechtsruck keinen funken vernunft. was frankreich bräuchte, wäre das gegenteil davon: einen linksruck und die erfüllung von hollandes wahlversprechen von 2012 (selbstverständlich darauf achtend, daß die verschuldung nicht mehr wächst) – und nicht einen blairismus. gut wenigstens, daß die grünen bei diesem irrsinn nicht mitmachen wollen.

Neue Regierung wird offenbar Mittwochfrüh vorgestellt

Und ändern wird sich an dieser Desaströsen Wirtschaftspolitik der Sozis gar nichts. Bei uns ist Rot Grün am besten Weg Baden Württemberg platt zu machen.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ne... aaa75.html

Das ist in Österreich undenkbar.

Neuer Premierminister in Frankreich ist aus Katalonien.
Er ist auch gegen EU-Beitritt der Türkei. ;-)))

Nichts ungewöhnliches im Einwanderungsland Frankreich.
Die neue Bürgermeisterin von Paris Anne Hidalgo kam in Andalusien auf die Welt, ihre Familie floh (genauso wie Valls) vor dem Franco-Regime nach Fra.
Bei den Grünen gibt's den gebürtigen Südkoreaner Jean-Vincent Placé oder die Norwegerin Eva Joly die bei der französischen Präsidentschaftswahl 2012 für die Partei EELV kanditiert hat (sie erhielt rund 2% der Stimmen im ersten Wahlgang)

Das ist durchaus nicht unmoeglich. Christine Marek stammt aus Bayern, und konnte trotzdem Familienstaatsekretaerin werden.

Fraglich ob Frankreich mit einem Regierungswechsel sich vor den drohenden wirtschaftlichen Problemen schützen kann. Ein Frankreich in der Krise wäre für die ganze EU fatal.

Das Problem ist doch nicht die Regierung

Das Problem ist der Präsident!

Abgabenquote

In Österreich ist man mit 49% nicht mehr allzuweit von den 57% in Frankreich entfernt. Die Entwicklung der Staatsschulden und der Arbeitslosenzahlen hierzulande hat schon eine französische Tendenz.

Schön zu sehen,

wie die Sozialisten - die in der Verzweiflung nach der Krise in Europa gewählt wurden - nun allerorst wieder aus dem Amt gejagt werden.

Dürfte wohl doch die Vernunft einkehren, die klar macht dass man eine Schuldenkrise nicht mit noch mahr Geldausgeben lösen kann.

danke

grasser
strasser
mennsdorf
hypo manderl
der leiner michl koch
und weitere övp stammwähler

Es ist nicht so sehr, das Ausgeben. Es ist eher die Tatsache, dass man die Einnahmen erhöht und die Steuern hebt, statt die Ausgaben zu senken. Das ist es, dass die Sozialisten durchführen. Das Volk aussäckeln, damit die Verwaltung noch mehr ausgeben kann.

sollte nicht "Hollande" zurücktreten??

je suis fromage

Falls Sie Käser sind müsste es heissen : Je suis fromager. Diese Berufsklasse gehört spätestens seit Chirac nicht zu den Stammwählern von Hollande.

Der sieht aus ...

... wie Mel Gibson!

Auf was sollen sie denn „gespannt“ warten in FRA?

Wie das Kabinett besetzt ist, das genau die Politik des Präse umsetzen muß? Oder gar auf eine Änderung der Politik Hollandes? Da können die Franzosen sehr lange darauf warten. Da wird sich nicht viel ändern, wage ich einmal vorauszusehen. Zu Reformen wie Schröder in D ist weder Hollande noch die französische Bevölkerung in der Lage, dann käme es zum Bürgerkrieg. Was bleibt ist die Hoffnung, mit Mehrheit des Club Med die EU bzw. Euro Länder in eine Transferunion zu überführen, und sich die Defizite von anderen Ländern bezahlen zu lassen.
Ob das lange gut geht?

Und Österreich gleich mit dabei.
Wir sind nämlich auf dem besten Weg dazu, in eine ähnliche Situation zu kommen, nur ein wenig später.
Die Schulden wachsen, die Arbeitslosigkeit auch und die Wettbewerbsfähigkeit nimmt stetig ab.

Keine Angst, es dauert nicht mehr lange

http://kurier.at/wirtschaf... 58.524.604

Frankreich ist kurz vor dem Ende ...

nicht nur frankreich

auch der Tschad!

Der Mann ist noch unsozialistischer als der Schröder...

Le Pen Wähler ansprechen? Warum das Imitat wenn man das Original haben kann????

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