Das Gerangel rund um den Ärztemangel

31. März 2014, 18:07
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120 offene Stellen in Oberösterreich - Land schnürt Maßnahmenpaket

Linz - Punkt Mitternacht endete Montag die Anmeldefrist zum neuen Medizinstudium in Linz. Doch bis zum eigentlichen Ende wollte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) mit einer ersten Bilanz nicht mehr warten. Freudig bekundete Pühringer als eigentlicher "Vater" der künftigen medizinischen Fakultät in Linz das "rege" Interesse an seinem "Baby": 214 Personen hätten sich bereits für das künftige Medizinstudium an der Johannes-Kepler-Universität (JKU) angemeldet. Und: "Etwa 80 Prozent der angemeldeten Interessenten mit österreichischem Maturazeugnis stammen aus Oberösterreich."

Pühringer bekräftigte am Montag erneut, wie wichtig die Schaffung der Medizin-Uni Linz sei, um Medizinstudenten nach Abschluss ihres Studiums im Bundesland halten zu können. Eine Notwendigkeit dazu besteht mehr denn je: Die jüngste Erhebung von nichtbesetzten Arztstellen in Oberösterreichs Spitälern zeigt, dass aktuell rund 120 offene Stellen beim ärztlichen Personal aufgrund von Bewerbermangel gemeldet wurden. Im Vergleich zum März 2013 ist der Fehlbedarf damit um 40 Stellen gestiegen. Hinzu kommt der stete Ärzteschwund im niedergelassenen Bereich.

Lösungssuche mit "Systempartnern"

Pühringer würde deshalb gern "gemeinsam mit den Systempartnern" ein Maßnahmenpaket schnüren. Die Themenbereiche für die Gespräche mit der Gebietskrankenkasse, den Krankenhausträgern und der Ärztekammer sind aber derzeit noch sehr weit gefasst: "Flexible lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle, Attraktivierung der Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Turnusärzten, mehr Attraktivität der regionalen Spitäler, Unterstützung von Landärzten bei der Praxisgründung."

Zumindest sind die Vorschläge aber konkret genug, um den Landeshauptmann zu begeistern: "Die Eckpfeiler sind damit eingeschlagen, man sieht, wohin die Reise gehen soll." (mro, DER STANDARD, 1.4.2014)

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