Frauen werden seltener aber schneller spielsüchtig als Männer

31. März 2014, 14:44
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70 Prozent der Frauen, und damit doppelt so viele wie Männer, berichten von körperlicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit

Frauen werden seltener, aber dafür schneller spielsüchtig als Männer. Außerdem sind spielsüchtige Frauen im Unterschied zu Männern in ihrer Kindheit häufiger schwer traumatisiert worden, erklärt Andrea Wöhr von der Forschungsstelle Glücksspiel der deutschen Universität Hohenheim am 31. März auf einer Tagung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden der Spielsucht.

So berichteten von hundert weiblichen und hundert männlichen Glücksspielern, die stationär in Behandlung waren, 70 Prozent der Frauen und damit doppelt so viele wie Männer von körperlicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit. Nach Schätzungen sind etwa 80 Prozent der krankhaften Glücksspieler Männer.

Höheres Alter, rascherer Verlauf

Männer gleiten meist schon in jüngeren Jahren in die Spielsucht ab. Während der Altersgipfel bei den therapiesuchenden Männern zwischen 30 und 39 Jahren liegt, sind die betroffenen Frauen im Durchschnitt zehn Jahre älter. Ihre Sucht nimmt dann aber einen rascheren Verlauf - mit allen Folgen wie Überschuldung und soziale Isolierung.

Männer neigen demnach generell eher zu Geschicklichkeitsspielen als Frauen. An Sportwetten nehmen in Deutschland laut einer Umfrage der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fast viermal so viele Männer teil als Frauen. Entsprechend häufiger sind Männer in Wettbüros und auf der Rennbahn zu finden.

Frauen beteiligen sich hingegen stärker bei Fernsehlotterien. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr in Deutschland 44,7 Prozent der Männer und 33,5 Prozent der Frauen an Glücksspielen teil. (APA/red, 31.3.2014)

  • Während der Altersgipfel bei den therapiesuchenden Männern zwischen 30 und 39 Jahren liegt, sind die betroffenen Frauen im Durchschnitt zehn Jahre älter.
    foto: apa/dpa/kay nietfeld

    Während der Altersgipfel bei den therapiesuchenden Männern zwischen 30 und 39 Jahren liegt, sind die betroffenen Frauen im Durchschnitt zehn Jahre älter.

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