2013 ist weniger Gepäck verloren gegangen

1. April 2014, 07:49
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Im Vergleich zu 2012 sind im Vorjahr weniger Gepäckstücke verloren gegangen - Die Zukunft verspricht die volle Kofferkontrolle mittels Smartphone

Im Jahr 2013 ist die Zahl der beschädigten oder verloren gegangene Koffer in der Luftfahrt massiv zurück gegangen. Das geht aus einer Erhebung von Société Internationale de Télécommunication Aéronautique - kurz SITA - hervor. Die belgische Genossenschaft ist in den Bereichen Luftfahrt, Touristik und Logistik tätigt und bietet in diesen Geschäftsfeldern ihre Dienste an.

Einmal im Jahr untersucht SITA im "Baggage Report", wie es um die Koffer von Flugreisenden steht. Laut der aktuellen Erhebung ist die Zahl der vermissten oder beschädigten Gepäckstücke im Vergleich zum Vorjahr um über über siebzehn Prozent zurück gegangen. Gleichzeitig ist die Zahl der transportierten Passagiere um fünf Prozent gestiegen.

Im Zehnjahresvergleich zeigt sich übrigens auch ein Trend zur Verbesserung. 2013 gingen um 47 Prozent weniger Gepäckstücke verloren oder wurden beschädigt als 2003, obwohl 1,2 Milliarden mehr Passagiere befördert wurden.

Die meisten Koffer tauchen wieder auf

Dass der Koffer wirklich unauffindbar verloren geht ist eher unwahrscheinlich. Den Löwenanteil machen zu spät gelieferten Gepäckstücke mit 81,2 Prozent aus, 15,5 Prozent wurden beschädigt geliefert und nur 3,3 Prozent gingen verloren oder wurden gestohlen.

War für die Passagiere ärgerlich und unangenehm ist, bedeutet für die Airlines Kosten in Milliardenhöhe. Insgesamt kosteten sie der Luftfahrtindustrie im vergangenen Jahr 2,09 Milliarden US-Dollar. Das sind allerdings immerhin fast 20 Prozent weniger als noch 2012. Somit sanken die Kosten pro Passagier auf nur noch 0,67 US-Dollar. Das entspricht 0,31 Prozent der Gesamtkosten, die ein Passagier die Luftfahrtindustrie kostet.

Das meiste Gepäck geht während des Transfers verloren (45%), gefolgt von Fehlern beim Laden. Der rüde Umgang mit dem Gepäck beim Ausladen gehört ebenfalls zu den Hauptgründen für Verlust oder Verzögerung. Weitere Gründe sind Dinge wie Gewicht des Gepäcks, falsche Codes auf Gepäckschleifen oder Probleme bei der Security.

Die Prognosen für die Zukunft deuten auf immer selbständigere Passagiere hin. Schon jetzt benutzen drei Viertel der Fluggäste ihr Smartphone, um sich über Flugstatus, Gate und ähnliche zu informieren. Viele wollen auch wissen, wo ihr Gepäck gerade steckt und würden sich mittels Smartphone auch darüber informieren, wenn es ein Tool dafür gäbe. Über die Hälfte der Airlines planen, bis 2016 Informationen über den Gepäckstatus an die Passagiere verschicken zu können, die auch Hinweise auf liegengebliebenes oder verlorenes Gepäck beinhalten. 

Digital zur sicheren Gepäckbeförderung

Vorsichtig sind die Passagiere hingegen bei der vollkommen selbständigen Abwicklung ihres Gepäcks. Die Fluggesellschaften und die Flughäfen arbeiten jedoch daran, dass eingechecktes Gepäck nicht mehr von Mitarbeitern in Empfang genommen werden muss. Weit verbreitet sind bereits sogenannte "Drop-Off"-Schalter, bei denen der Koffer nur noch abgegeben werden muss, nach dem der Passagier seine Boarding-Karte bereits selbständig am Automaten ausgedruckt hat. Die völlig automatische Gepäckaufgabe steckt noch in den Anfängen und wird bislang nur von ganz wenigen Flughäfen und Fluggesellschaften angeboten, aber zwei Drittel planen derartiges innerhalb der nächste drei Jahreö.

In Zukunft werden auch vermehrt sogenannte elektronische "Bag-Tags" zum Einsatz kommen. Die Kofferschleifen beinhalten alle Informationen über das Gepäck in elektronischer Form, können mittels Smartphone verfolgt werden und sind mehrfach verwendbar. So weiß der Besitzer immer, wo sich sein Gepäckstück gerade befindet und ob es irgendwo liegen geblieben oder verloren gegangen ist. (todt, derStandard.at, 31.3.2014)

  • 2013 ging weniger Gepäck verloren als im Jahr davor.

    2013 ging weniger Gepäck verloren als im Jahr davor.

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