Analysten-Stimmen vom 31. März

31. März 2014, 13:54
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Einschätzungen zu Polytec, RBI, Erste Group, s Immo

Analysten erwarten für Polytec weniger Gewinn und bessere Zeiten

Gut ein Drittel weniger hat der heimische Automobilzulieferer Polytec 2013 laut Aktienanalysten verdient. Für die am kommenden Mittwoch (2. April) zur Vorlage anstehende Jahresbilanz errechneten die Experten der Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB) und Warburg Research im Schnitt einen um 35 Prozent niedrigeren Nettogewinn als noch 2012.

"Enttäuschend" sei das Jahr 2013 verlaufen, stellen die Erste Group-Analysten fest. Im Konsensus hat sich das operative Ergebnis (Ebit) des Autozulieferers im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp ein Drittel abgeschwächt, während die Umsätze den Analystenprognosen zufolge im Schnitt nur zwei Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Dies ist laut den Erste-Experten vor allem an den ersten drei Quartalen gelegen, die von einigen Negativereignissen wie dem Abbau der Gartenmöbelproduktion oder der Kostenüberschreitung bei dem großen Miele-Projekt verhagelt worden waren. Jedoch seien die "meisten" Probleme beim Miele-Auftrag mittlerweile gelöst worden und man habe im Dezember eine Einigung erzielt, die höhere Preise als Kompensation für die entstandenen Kosten beinhalte.

Im Jahr 2013 habe jedoch eine Trendwende am Automarkt stattgefunden, konstatieren die Analysten der RCB. Die Polytec verfüge weiterhin über eine "sehr solide Bilanz, welche Spielraum für Wachstumsinvestitionen" und Zukäufe lasse, stellen sie fest. Deshalb sollte der Konzern ihnen zufolge von der Trendumkehr profitieren. Negativ merken sie unterdessen den "stetigen" Preisdruck an, den die Produzenten auf die Zulieferer ausüben.

Für 2014 erwartet man bei der RCB am Automobilmarkt ein "moderates Wachstum und für 2015 eine weitere Beschleunigung", nachdem die Autoindustrie in den vergangenen Jahren unter der Konjunkturabkühlung gelitten hatte. Ähnlich sieht man das in der Analyseabteilung der Erste Group: Beim weltweiten Autoabsatz würde heuer ein Plus von 3,4 bis 5 Prozent erwartet, die kurzfristigen Produktionserwartungen seien zudem so positiv wie seit 2012 nicht mehr.

Bei der Polytec rechnen die RCB-Experten 2014 zwar mit einer "flachen" Umsatzentwicklung, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie der Gewinn je Aktie aber "sollten im Jahresvergleich rund 30 Prozent steigen", was eine Rückkehr auf das Niveau von 2012 bedeuten würde. Ähnlich sehen das die Analysten von Warburg Research, ihnen zufolge sollten geringere einmalige Ausgaben sowie die Erholung am Automobilmarkt die Ebit-Marge zurück auf das Niveau der Jahre 2011 und 2012 bringen, also in einen Bereich zwischen (bereinigten) 5,4 und 5,8 Prozent.


Goldman Sachs senkt RBI-Kursziel

Die Wertpapierexperten von Goldman Sachs haben ihr Kursziel für die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) von 30,0 Euro auf 26,0 Euro gesenkt. Das Anlagevotum blieb unverändert bei "neutral".

Die Analysten begründen ihre Kurszielsenkung mit der verzögerten Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals sowie mit gesunkenen Schätzungen für die RBI-Töchter in Russland und der Ukraine. Beim Gewinn je Aktie erwarten die Goldman-Analysten 1,50 Euro für 2014, sowie 3,30 bzw. 4,0 Euro für die beiden Folgejahre.


Goldman Sachs senkt Erste Group-Kursziel

Die Wertpapierexperten der US-Investmentbank Goldman Sachs haben im Rahmen einer Analyse zu Banken mit Osteuropa-Engagement ihr Kursziel für die heimische Erste Group von 32 auf 31 Euro gesenkt und ihre Kaufempfehlung "buy" bestätigt.

Die Erste Group sei weiterhin ein "top quality" Unternehmen in Zentral- und Osteuropa, stellen die Analysten von Goldman Sachs fest. Die Bank sei gut kapitalisiert, habe "signifikante" Fortschritte bei der Restrukturierung gemacht und werde von der Konjunkturerholung in der Region profitieren. Der kurzfristige Ausblick falle jedoch uneinheitlich aus, man sehe aber die negativen Entwicklungen mehrheitlich als vorrübergehend.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die Goldman Sachs-Analysten bei der Erste Group 1,25 Euro für 2014, sowie 2,92 bzw. 3,87 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 0,40 Euro für 2014, sowie 0,85 bzw. 1,55 Euro für 2015 bzw. 2016.


SRC stuft s Immo-Kursziel hoch

Die Analysten von SRC Research haben ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Immobilienkonzerns s Immo um 25 Cent auf 7,25 Euro angehoben und ihr Votum "buy" unverändert beibehalten.

Bei den vergangenen Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Zahlen seien die Umsätze mit 194 Mio. Euro leicht über der SRC-Schätzung von 192 Mio. Euro gelegen, hieß es in dem Schreiben der Wertpapierexperten. Auch die hauseigene Erwartung von 115 Mio. Euro bei den Mieterlösen sei mit 116,7 Mio. Euro geringfügig übertroffen worden. Beim Finanzergebnis sei der s Immo ein "großer Schritt vorwärts" gelungen, da sie ihre Nettofinanzierungskosten um 15 Prozent reduziert habe.

Beim Gewinn je Aktie erwarten die SRC-Analysten 0,43 Euro für 2014, sowie 0,45 bzw. 0,48 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 0,20 Euro für 2014, sowie 0,25 bzw. 0,30 Euro für 2015 bzw. 2016. (APA, 31.3.2014)

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