Lebenslang für 23-Jährigen wegen Mordes an Ehefrau

31. März 2014, 16:13
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Geschworene fällten Schuldspruch einstimmig - Urteil nicht rechtskräftig

Innsbruck - Wegen Mordes ist am Montag ein 23-jähriger Afghane am Landesgericht Innsbruck zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dem Mann wurde vorgeworfen seine 20-jährige Ehefrau im August des vergangenen Jahres mit 14 Messerstichen in Innsbruck auf offener Straße getötet zu haben. Die Geschworenen fällten den Schuldspruch einstimmig. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte vor Richterin Helga Moser auf teilweise schuldig plädiert. Er habe damals seine Ehefrau, die zu diesem Zeitpunkt bereits in Scheidung lebte, mit einem anderen Mann gesehen. "Als sich die beiden küssten, konnte ich mich nicht mehr kontrollieren", meinte der Beschuldigte. Er habe seine Frau schon zuvor gewarnt, sich nicht mit anderen Männern zu treffen. Der 23-Jährige bestätigte vor dem Schwurgericht, dass er zu seiner Frau gesagt habe: "Wenn du fremd gehst, werde ich dich töten."

Mehrmals mit Tod gedroht

In einem Gutachten legte Psychiaterin Karin Kramer-Reinstadler dar, dass der Afghane innerhalb seines Wertesystem der Meinung sei, das Recht zu haben seine Frau zu töten, nachdem sie ihn verlassen hatte. Das Fremdgehen seiner Frau würde in Afghanistan viel schlimmer gewertet werden, als das was er getan habe und wenn er gewusst hätte, dass er ins Gefängnis müsse, hätte er seine Frau nicht in Österreich getötet, soll der Beschuldigte gegenüber der Psychiaterin gesagt haben.

Mehrmals habe der Mann bereits vor der Tat seiner Frau mit dem Tod gedroht, berichtete der Staatsanwalt und nahm dabei unter anderem Bezug auf ein Schreiben des Innsbrucker Frauenhauses, welches das Opfer wenige Wochen vor der folgenschweren Auseinandersetzung aufgenommen hatte. Auch der als Zeuge geladene Vater der getöteten 20-Jährigen sagte, dass der Beschuldigte bereits kurz nach der Eheschließung die Frau geschlagen und bedroht habe.

Die gerichtsmedizinische Gutachterin Marion Pavlic beschrieb indes die Messerstiche als "sehr heftig". "Die Stichwunden am Opfer waren teilweise tiefer als die Messerklinge", erklärte Pavlic. Die 20-Jährige sei letztendlich an einem Stich, der das Brustbein durchbohrt hatte und in den Herzbeutel sowie die Aorta eingedrungen war, gestorben. Die Notärzte hatten laut Pavlic trotz der schnellen Hilfe keine Chance gehabt, die Frau noch zu retten. (APA, 31.3.2014)

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