Der Titicacasee in Bolivien

Ansichtssache31. März 2014, 15:49
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Er ist einer der höchstgelegenen Seen der Welt und Blogger David Dukaric quälen Kopfschmerzen am Ufer des Titicacasees

Eine Tour folgte der nächsten und einen Tag nach dem Besuch von Machu Picchu fuhren wir schon wieder weiter in Richtung Titicacasee. Wir kauften gewöhnliche Bus Tickets und fuhren mit Einheimischen von Cuzco nach Puno. Irgendwann stoppte der Bus und es hieß, wir müssen alle raus und auf einen anderen Bus warten. Als dieser kam, hatte man uns einen Platz in der besseren Klasse angeboten. Abgesehen davon, dass diese Klasse das Doppelte kostete, konnte ich keine gravierenden Unterschiede entdecken.

Mit zwei Stunden Verspätung kamen wir am Abend in Puno an, wo wir im Hotel die Bus Tickets die Fahrt zur Copacabana am Titicacasee (Bolivien) erhielten.

Dort wartete schon ein Tourguide auf uns, um uns die Stadt zu zeigen. Am Abend wanderten wir den Cerro Calvario hinauf, von wo aus man einen schönen Ausblick über die Copacabana hat.

Der Titicacasee wird oft als der höchste See der Welt bezeichnet. Tatsächlich ist er das höchstgelegene, kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt 3.810 Meter über dem Meeresspiegel, ein Teil gehört zu Peru, ein Teil gehört zu Bolivien.

Kosten, Kopfschmerzen und Kälte

Am Tag darauf ging es auf einem überbuchten Boot etwa zwei Stunden auf die Isla del Sol (Sonneninsel). Wir starteten unsere Wanderung über die Insel, die teilweise grün aber auch steinig ist. Auf den Hügeln hat man einen guten Ausblick auf die türkisfarbenen Buchten, in denen man baden gehen kann (was am Titicacasee nicht selbstverständlich ist). Ärgerlich fand ich die Check Points, die auf den steinigen Hügeln aufgestellt waren. Dort musste man jedesmal einen Beitrag zahlen. Eine Einheimische wollte Geld von mir, weil ich ein Foto von ihren Lamas gemacht hatte. Darum stets vorher fragen, auch wenn die Lamas frei herum laufen.

Tagsüber ist es sehr heiß, nachts braucht man mindestens zwei Decken gegen die Kälte. Die Unterkunft lag auf ca. 4.000 Metern Seehöhe, was vermutlich auch der Grund meiner Kopfschmerzen war, die mich am Einschlafen hinderten.

Aufgrund eines Missverständnisses meines Reisebüros, waren die bekannten Floating Islands im peruanischen Teil des Sees nicht in der Tour geplant. Unser Guide kam uns entgegen und hat einen Transfer zu ähnlichen Totora-Schilf Häusern organisiert.

Bei der Rückfahrt nach La Paz  informierte man uns darüber, dass es wiedermal Streiks gibt, wir diesen jedoch ausweichen würden. Trotz dem wir über Felder und steinige Straßen auswichen, sind wir am Ende dann doch in eine Straßensperre gekommen.

Die Abwicklung am Flughafen verläuft exakt nach Plan. Nur die jeweiligen Passagiere, deren Flug als nächstes war, dürfen einchecken. So wurde uns wiedermal der Weg zum Gate versperrt und wir mussten in der Flughalle Platz nehmen. Bolivien ist bisher das erste Land, in dem Taxen (26 US-Dollar) bei der Ausreise zu bezahlen sind.

foto: david dukaric

Ausblick vom Cerro Calvario auf die Copacabana.

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foto: david dukaric

Am Tag unserer Ankunft genossen wir am Abend noch den Sonnenuntergang über dem Titicacasee.

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Ausblick von der Sonneninsel mit zwei einheimische Frauen.

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foto: david dukaric

Türkisfarbene Buchten und Esel kann man auf der Isla del Sol von fast jedem Hügel aus beobachten.

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foto: david dukaric

Ausblick auf den Titicacasee. Im Hintergrund erkennbar ist der mit Schnee bedekte Ancohuma (6427 Meter).

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Einen guten Ausblick auf den Sonnenuntergang hatte man vom Restaurant Las Velas in 4010 Metern Höhe.

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foto: david dukaric

Neben der Isla del Sol liegt die Isla de la luna (Mondinsel). In den 1940er-Jahren befand sich hier ein Gefängnis bzw. ein Konzentrationslager, in dem hunderte aufständische Bauern interniert waren. Bemerkenswert ist, dass die Insel zwar nur eine Höhe von 115 Metern hat, der höchste Punkt damit aber trotzdem 3.925 Meter über dem Meeresspiegel liegt. 

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foto: david dukaric

Ein Fußballspiel unter Einheimischen auf über 4.000 Metern Höhe. Ich plage mich währenddessen mit Kopfschmerzen herum.

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foto: david dukaric

Die Zeit bis zum Abendessen vertrieben wir uns, gemeinsam mit dem Guide, beim UNO spielen.

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foto: david dukaric

Esel und Buchten, das gängige Bild.

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Floating Islands in der Nähe der Stadt Copacabana.

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foto: david dukaric

Am Vormittag waren wir fast alleine. Am Abend wurden Touristen mit Booten zu den Totora-Schilf Häusern geführt.

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foto: david dukaric

Für die Besucher werden frische Fische zubereitet, die in den kleinen Becken gezüchtet werden.

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foto: david dukaric

Der Bus ist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Einige Einheimische saßen sogar auf ihren voll gepackten Decken.

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foto: david dukaric

Bei der Rückfahrt nach La Paz gerieten wir in eine Straßenblockade und mussten einige Zeit warten, bis sie aufgelöst wurde.

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foto: david dukaric

Für die Stadt La Paz war leider keine Zeit mehr, wir fuhren direkt zum Flughafen. Außerdem hätte ich mir noch gerne den "Camino de la Muerte" und die Salzseen von Uyuni angesehen. (David Dukaric, derStandard.at, 31.3.2014)

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