Linux 3.14 veröffentlicht

31. März 2014, 09:19
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Neuer Scheduler, Verbesserungen bei Netzwerk- und Grafikperformance - Unterstützung für Intel-Broadwell-Grafik

Mit einer beeindruckenden Konstanz und Geschwindigkeit schreitet die Entwicklung des Linux-Kernels voran. Rund zehn Wochen nach der Freigabe von Linux 3.13 gibt es nun eine weitere Version des wohl wichtigsten Open-Source-Projekts: Linux 3.14 bringt dabei wieder einige signifikante Verbesserungen mit sich.

Deadline

So hält mit dem Deadline Scheduler nun ein neuer Mechanismus zur Verteilung der Systemressourcen Einzug. Dieser ist vor allem für Systeme mit Echtzeitaufgaben interessant. Soll er doch dafür sorgen, dass für kritische Tasks immer ausreichend Rechenzeit zur Verfügung steht, und diese so ihre "Deadline" fristgerecht einhalten können. Um dies zuverlässig zu erledigen, müssen entsprechende Tasks künftig aber auch mehr Informationen liefern, etwa über den Umfang der zu bewältigenden Aufgabe sowie natürlich den anvisierten Fertigestellungszeitpunkt.

Netzwerk

Mittels des sogenannten "TCP Auto Corking" werden Netzwerkaufgaben optimiert. So wird bei kleineren Datenmengen künftig kurz gewartet, ob noch weitere Aufgaben hinzukommen. Ist dies der Fall, werden alle Daten in einem Paket zusammengefasst. Dies soll den Netzwerk-Overhead minimieren und so trotz der kurzen Wartefrist am Anfang eine in Summe bessere Performance liefern.

Broadwell

Wie gewohnt bringt auch die neue Kernelversion wieder zahlreiche Verbesserungen für die freien Grafiktreiber: So werden nun erstmals von Haus aus Intel-Broadwell-CPUs unterstützt, Geräte mit entsprechenden Chips sollen ab Sommer ausgeliefert werden. Der Radeon-Treiber beherrscht nun das Dynamic Power Management von AMD auch bei den aktuellsten Grafikchips in vollem Umfang.

Vermischtes

Beim Dateisystem btrfs gibt es neben Performanceverbesserungen auch eine neue Sysfs-Schnittstelle, über die diverse Dateisystemattribute abgefragt werden können. Eine wichtige Sicherheitsverbesserung stellt die Kernel Address Space Layout Randomization (KASLR) dar, die es AngreiferInnen erheblich erschweren soll, typische Angriffe wie einen Buffer Overflow auch für effektive Systemeinbrüche zu nutzen. Eine bedeutende Einschränkung dabei ist allerdings, dass KASLR derzeit nur funktioniert, wenn Suspend-to-Disk im Kernel deaktiviert ist.

Virtuell

Erstmals wird in Linux 3.14 der kryptografische Coprozessor von AMD (CCP) unterstützt. In Fragen Virtualisierung ist der Support für die Paravirtualized Hardware Extensions (PVH) von Xen 4.4 hinzugekommen.

Download

Linux 3.14 steht wie gewohnt in Form des Source Codes von der Seite des Projekts zum Download, und sollte in Kürze in zahlreiche aktuelle Distributionen einfließen. Mit der Freigabe beginnt nun die rund zwei Wochen lange Phase zur Aufnahme neuer Funktionen für Linux 3.15. (apo, derStandard.at, 31.3.2014)

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