Internetspionage: Türkei leitet Google DNS um

4. November 2014, 09:11
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Um Surfverhalten der Nutzer zu überwachen - Nutzung in der Türkei nicht mehr zu empfehlen

Rechtzeitig zu den am Sonntag abgehaltenen Kommunalwahlen, nimmt die Geschichte rund um die Internetzensur durch die türkische Regierung eine neue Volte. Nachdem Oppositionelle vor einigen Wochen dazu aufgefordert hatten, die Domain Name Server (DNS) von Google zu verwenden, um der Sperre von Twitter und Youtube zu entkommen, hatte die Regierung den Zugang zu diesen zunächst sperren lassen. Nun scheint man aber eine andere Umgangsweise gefunden haben.

Spionage

Wie Google in einem kurzen Blogeintrag berichtet, haben die meisten türkische Provider damit begonnen, Anfragen an die Google DNS 8.8.8.8 und 8.8.4.4 auf eigene Server umzuleiten. Das Unternehmen geht davon aus, dass dies vorgenommen wurde, um das Surfverhalten der betroffenen NutzerInnen zu überwachen.

Erklärung

Da die DNS für die Verbindung zwischen der nummerischen IP-Adresse und dem üblicherweise im Browser eingegebenen Domainnamen (z.b: twitter.com) zuständig sind, lässt sich auf dieses Weise exakt mitlesen, welche Seiten eine einzelne Nutzerin aufruft. Aufgrund der geänderten Situation ist insofern in der Türkei davon abzuraten, die Google DNS zu verwenden, will man nicht ins Visier der ÜberwacherInnen gelangen. (apo, derStandard.at, 31.3.2014)

  • Während die AKP des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan einen Sieg bei den Kommunalwahlen einfahren kann, werden die Überwachungsmaßnahmen verschärft.
    foto: umit bektas / reuters

    Während die AKP des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan einen Sieg bei den Kommunalwahlen einfahren kann, werden die Überwachungsmaßnahmen verschärft.

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