Bremer Befreiungsschlag durch Prödls Kopf

30. März 2014, 22:05
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Österreicher erzielt Siegestor beim 2:1 in Hannover - HSV unterliegt Gladbach

Hannover - Mit einem Treffer in letzter Minute durch Sebastian Prödl hat Werder Bremen am Sonntag den Befreiungsschlag im Bundesliga-Abstiegskampf geschafft. Mit einem Kopfball machte der österreichische Teamspieler in der 90. Minute den 2:1 (1:0)-Erfolg bei Hannover 96 perfekt, dank dessen Werder auf Platz zwölf kletterte und den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Punkte vergrößerte.

Der Siegestreffer war eine österreichische Co-Produktion: Prödls zweites Saisontor in der Liga bereitete Zlatko Junzovic mit seinem Eckball vor, Caldirola verlängerte den Ball. Zunächst aber hatte Hannovers Szabolcs Huszti (43.) den Spielverlauf kurz vor der Pause auf den Kopf gestellt und vor 49.000 Zuschauern mit einem direkten Freistoß zur überraschenden Führung der Gastgeber getroffen. Der zwischenzeitliche Ausgleich gelang Bremens Francco di Santo (57.).

"Gutes Gefühl"

"Das Rennen ist zwar noch nicht zu Ende gefahren, aber wir befinden uns in der Pole Position. Das ist ein gutes Gefühl", sagte Matchwinner Prödl nach der Partie.

Die immense Bedeutung des Vergleichs in Hannover war deutlich spürbar. Während beide Trainer von der ersten Minute an nervös am Spielfeldrand auf und ab liefen und jeder gewonnene Zweikampf mit erhobenen Fäusten bejubelt wurde, gaben die Gäste zunächst den Ton an. Werder rannte, grätschte und erspielte sich in der Anfangsphase einige Möglichkeiten.

Zuächst prüfte Kapitän Clemens Fritz 96-Keeper Ron-Robert Zieler im 96-Kasten mit einem Schlenzer (13.), dann riss Zieler bei einem Versuch von Hunt aus 20 Metern noch gerade so die Fäuste hoch (14.) und auch gegen Eljero Elia musste der Schlussmann mit einer Fußabwehr in höchster Not klären (17.). Vor allem Hunt, der die Hanseaten im Sommer verlassen wird und seine Mitspieler zuletzt öffentlich kritisiert hatte, überzeugte in dieser Phase als Dreh- und Angelpunkt des Bremer Spiels.

Wolf patzt bei 96-Führung

Und dennoch ging Hannover überraschend in Führung. Nachdem ein Schuss von Lars Stindl das Werder-Tor noch um Zentimeter verfehlt hatte (31.), traf Huszti wie aus dem Nichts. Bei seinem direkten Freistoß von der rechten Straumgrenze in die Tormitte sah Werder-Keeper Raphael Wolf allerdings überhaupt nicht gut aus. Kurz darauf hätte 96 sogar beinahe nachgelegt. Doch ein Schuss von Christian Schulz in der Nachspielzeit wurde gerade noch abgeblockt.

Im zweiten Abschnitt plätscherte die Partie zunächst vor sich hin. Bremen fehlte der Schwung des ersten Abschnitts, Hannover verlegte sich aufs Verwalten des Vorsprungs - was schnell ins Auge ging. Di Santo schloss einen mustergültigen Konter über Hunt und Elia mit seinem dritten Saisontor erfolgreich ab. Wenig später verpasste der Argentinier eine Hereingabe nur knapp (69.). Auf der Gegenseite vergab Leon Andreasen in der Schlussphase die große Chance (77.) zur erneuten Führung, das sollte sich rächen.

Stranzl verletzt

Für einen anderen Österreicher verlief der Sonntag weniger glücklich. Zwar durfte Martin Stranzl mit Borussia Mönchengladbach über einen 3:1 (1:1)-Heimsieg gegen den HSV jubeln, knickte dabei aber um und musste in der 63. Minute angeschlagen vom Platz.

Der HSV konnte nur eine knappe halbe Stunde hoffen, seinen Abstiegsplatz zu verlassen, als Jacques Zoua das 1:0 erzielte. Doch nach einem unglücklichen Handelfmeter, den Filip Daems verwandelte, mussten die Hanseaten mit einem 1:1 in die Kabine. Ein Doppelschlag der Gladbacher Raffael (75.) und Alvaro Dominguez (78.) beendete jegliche Dreipunkt-Träumerei, nährte aber die Hoffnung der Borussia auf einen Europacupplatz. (APA/sid/red - 30.3. 2014)

  • Sebastian Prödl darf als Belohnung für sein Goal den Kollegen Philipp Bargfrede huckepack nehmen.
    foto: apa/epa/steffen

    Sebastian Prödl darf als Belohnung für sein Goal den Kollegen Philipp Bargfrede huckepack nehmen.

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