Jean Genets "Die Neger" darf nicht umbenannt werden

30. März 2014, 19:01
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Regisseur Johan Simons wollte Stück nach Protesten "Die Weißen" nennen

Wien - Vor wenigen Wochen regte sich im Internet Protest gegen die für Juni geplante Aufführung von Jean Genets Unterdrückten-Satire "Die Neger" bei den Wiener Festwochen. Mit einer Umbenennung wollte Regisseur Johan Simons die Wogen glätten, sagte er nun im Interview mit dem "Kulturspiegel". Der Theatermacher Peter Stein, der das Stück ins Deutsche übersetzt hatte, habe dies aber abgelehnt.

Nach Diskussion mit seinen Mitarbeitern habe Simons die Inszenierung des 1959 uraufgeführten Dramas "Les Negres" in "Die Weißen" umbenennen wollen, weil es "von einem weißen Autor für ein weißes Publikum geschrieben wurde, weil es um die rassistischen Klischees geht, die Weiße entwickelt haben, und weil ich das Stück bis zum Ende zeigen will", so der Regisseur zum "Kulturspiegel", der damit rechnet, dass nach fünf Minuten "sowieso (...) die Aktivisten die Bühne stürmen". Auch den Vorschlag von Genets Verlegern, auf den englischen Titel "The Blacks" umzusatteln, habe Stein als Übersetzer der deutschen Fassung von 1983 abgelehnt.

Das Foto weißer Schauspieler mit schwarzgeschminkten Gesichtern als Ankündigung für die Premiere der Festwochen-Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen und dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg am 3. Juni im Theater Akzent hatte die Online-Petition "Schwarze Menschen in Europa gegen Aufführung des Theaterstücks "Die N****" von Johan Simons" zutage gerufen. "Mit weißen Schauspieler_innen in Blackface wird eine diskriminierende, (neo)koloniale Praxis verharmlost, die nicht nur in den USA als rassistisch gilt", hieß es vonseiten des federführenden Wiener Vereins Pamoja. (APA, 30.3.2014)

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