Pizzaburger und die Folgen

Einserkastl30. März 2014, 17:44
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Das Prinzip, aus zwei köstlichen Ideen Unwiderstehliches zu gebären, hat Potenzial

Allerorten wird dieser Tage plakatiert, was der berühmt geschmackssichere Pudding- und Pizzakonzern Dr. Oetker gerade entwickelt hat: Pizzaburger. Diese erhabene, frühlingsfrische Kombo zweier Fastfood-Ikonen zu einem größeren gemeinsamen Ganzen zeigt, dass der Konzern aus dem Ruhrgebiet dem Universum des guten Geschmacks noch vielfältig Gutes tun kann.

Das Prinzip, aus zwei köstlichen Ideen wahrhaft Unwiderstehliches zu gebären, hat nämlich Potenzial. In diesem Sinne, liebe Oetkers: Das kann doch nicht alles gewesen sein! Wo bitte bleibt der Calzone al Bauernschmaus? Als deutsches Pizza-Kompetenzzentrum wäre so eine Weiterentwicklung der Pizza Wurstel doch aufgelegt! Aber auch der Pastasciutta-Hotdog (dem Ingeniör ist nix zu schwör!) harrt schon viel zu lange seiner Snackwerdung.

Wobei: In Zeiten wie diesen sollte auch etwas für die Bobo- und Hipsterfraktion dabei sein. Wir plädieren für Blunzen-Sushi im Rucola-Beet, für gewoktes Leberkäs-Carpaccio in der Sojapalatschinke, für Bosna von der Jakobsmuschel - aber bitte mit Schalotten-Ingwer-Senf, damit das klar ist.

Und das Schnitzel? Ist wie gemacht, um endlich zu beweisen, wie weltoffen der Austro-Gourmet seine Geschmacksnerven inzwischen konditioniert hat: Schnitzeldürüm! Ordentlich Döner runtersäbeln, Zwiebel, Salat, Scharfes dazu - und fix in den Bröselteppich wickeln. Urlecker, Oida! (Severin Corti, DER STANDARD, 31.3.2014)

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