Linger-Brüder beenden ihre Karriere

30. März 2014, 14:19
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Rücktritt der zweifachen Rodel-Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger - Brüderpaar holte zuletzt in Sotschi Silber

Wien - Den dritten Olympiasieg haben sie zwar verpasst, dennoch treten Andreas und Wolfgang Linger als erfolgreichste österreichische Doppelsitzer-Rodler der Geschichte ab. Das Brüder-Paar aus Absam prägte den Eiskanalsport ein Jahrzehnt lang entscheidend mit. Und zwar stets in bescheidener Art und auch abseits von Olympischen Spielen höchst erfolgreich.

Fünf WM-Medaillen, davon drei in Gold, sieben Mal EM-Edelmetall, 15 Erfolge im Weltcup und ein Gesamtsieg haben sie neben ihren Olympia-Erfolgen zu Buche stehen. Der Traum vom Olympia-Triple ging Mitte Februar in Sotschi nicht in Erfüllung, mit Silber setzten sie nach zwei schwierigen Saisonen dank akribischer Vorbereitung und präzisem Timing aber noch einmal einen Glanzpunkt.

Zum Weitermachen konnten sie sich nach dem neuerlichen Husarenstück jedoch nicht mehr durchringen. Die Familie habe bei der Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt, betonte das Duo bei der Verkündung ihres Karriereendes am Sonntag in Wien. "Wir sind beide Familienmenschen und auch das Feuer brennt nicht mehr so, wie es brennen müsste. Wenn man nicht mehr bereit ist, 100 Prozent herauszuholen, sollte man nicht weiterfahren", erklärte Wolfgang Linger. Der 31-Jährige hat zwei kleine Kinder. Der eineinhalb Jahre ältere Andreas wurde einen Tag nach dem Medaillengewinn in Russland zum ersten Mal Vater.

Höhepunkt 2006

Zwar haben beide - wie im Rodelsport üblich - zunächst mit dem Einsitzer begonnen, doch schon im Alter von 14 bzw. 15 Jahren haben sie 1997 in Igls bereits an den Weltmeisterschaften der allgemeinen Klasse im Doppelsitzer teilgenommen. Als sehr junges Doppelsitzerpaar profitierten sie von ihren damaligen Vorbildern, den Cousins Tobias und Markus Schiegl, und bald stellten sich die ersten internationalen Erfolge ein.

Mit ihrem ersten WM-Gold 2003 sollten sie endgültig in die Fußstapfen der Schiegls treten. Als sie drei Jahre später in Cesana auch noch ihren Traum von Olympia-Gold verwirklichten, war schon bald der Fokus auf die nächsten Spiele gelegt. Denn in einer Randsportart wie Rodeln gerät auch die mediale Aufmerksamkeit nach dem Höhepunkt schnell wieder ins Hintertreffen, und das mussten die Linger-Brüder auch spüren.

Damit müssen sie sich in Zukunft nicht mehr herumschlagen. Dem österreichischen Verband werden sie aber als Berater erhalten bleiben. In welcher Form das Erfolgsduo künftig mitarbeiten wird, ist noch offen. (APA, 30.3.2014)

  • Die Linger-Brüder reißen eine Lücke in den österreichischen Rodelsport.
    foto: apa/gindl

    Die Linger-Brüder reißen eine Lücke in den österreichischen Rodelsport.

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