Abverkauf und Investoren sollen Konkurs von Ditech verhindern

Computerhändler kann laut "Presse" nicht einmal die Filialschließungen finanzieren

Der insolvente Computerhändler DiTech braucht dringend Geld. Dieses sollen Investoren bringen, mit denen seit Wochen "intensive Gespräche laufen“, so DiTech-Sprecher Mario Gündl. Die Zeit wird allerdings knapp, das Unternehmen muss Anfang April wieder Rechnungen bezahlen. DiTech selbst versucht mit einer Abverkaufs-Aktion Geld in seine Kassen zu bekommen. So werden derzeit Smartphones,Tablets, PCs und Laptops um 15 Prozent billiger angeboten. Allerdings ist das Angebot eher dürftig, da das Unternehmen nicht mehr mit neuer Ware beliefert wird.

"Ohne Investor sei es nicht einmal mehr möglich, die geplante Schließung von zehn Filialen zu finanzieren"

Die finanzielle Manövrierfähigkeit des "Computerhändlers ist ohne Investor nächste Woche abgelaufen. Ohne Investor sei es nicht einmal mehr möglich, die geplante Schließung von zehn Filialen zu finanzieren“, schreibt Die Presse am Samstag. Dann muss DiTech wohl Konkurs anmelden, da durch die Weiterführung des Unternehmens den Gläubigern ein Schaden entstehen könnte, etwa wenn das Geschäft nicht ohne weitere Verluste fortzuführen sind. Sonst macht sich DiTech der strafbaren Handlung der Konkursverschleppung schuldig, so die Presse.

Keine Gutscheine

Wer Gutscheine von einer insolventen Firma besitzt, hat Pech gehabt. Rein rechtlich darf das betroffene Unternehmen nämlich keine Gutscheine annehmen, da es sich dabei um eine Gläubigerbevorzugung handeln würde. Der Gutscheinbesitzer reiht sich also mit Lieferanten und Banken ein, um Gläubigeransprüche zu stellen. Später bekommt er dann dieselbe Quote wie Unternehmen - also nur einen Bruchteil des Werts. Tanja Schartel vom Kreditschutzverband 1870 rät Ditech-Gutscheinbesitzern, zu warten: "Am besten ist es, später nachzufragen." Ein Investor könnte sich nämlich kulant zeigen und als Imageaufwertung die Gutscheine akzeptieren.

Probleme bereits 2013

Im Oktober des Vorjahres war es zum ersten Mal eng für den bisherigen Vorzeigebetrieb DiTech geworden. Wegen ausstehender Zahlungen hat ein Kreditversicherer bei einem wichtigen IT-Lieferanten den Versicherungsschutz gekündigt. DiTech-Chef Damian Izdebski konnte aber noch einmal eine Finanzierung aufstellen, einen positiven Ausblick gab es auch von Kreditschützern. Der KSV1870 steht dem Sanierungsbestrebungen auch diesmal "grundsätzlich positiv" gegenüber. (red/APA, 29.3. 2014)

 

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