AHS-Direktoren üben heftige Kritik an Absage der Bifie-Tests

28. März 2014, 11:08
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Nichtdurchführung der Bildungsstandard-Überprüfungen "durch nichts zu rechtfertigen"

Wien - Heftige Kritik am von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verhängten Stopp aller vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) durchgeführten Schulleistungserhebungen üben die AHS-Direktoren. In einem Offenen Brief forderte der Direktoren-Dachverband, die dadurch entstandene Unsicherheit zu beenden und "zu einer sachlichen Schul- und Bildungspolitik zurückzukehren".

"Ermöglichen Sie uns, zu einer datenbasierten Schulentwicklung zurückzukehren, indem Sie die durch nichts zu rechtfertigende Absage der Bildungsstandards-Überprüfung, die Anfang April hätte stattfinden sollen, zurücknehmen", fordern die Direktoren. Der aufgrund eines Datenlecks beim Bifie verhängte Stopp der Tests sei "unverantwortlich, unserer Meinung nach nicht einmal gesetzeskonform". Die Unterlagen seien fix und fertig erstellt und teilweise sogar schon verschickt.

Die Vorgangsweise Heinisch-Hoseks bei diesem Thema unterstütze "diejenigen, die an der Verlässlichkeit des Bildungssystems zweifeln, in ihrer Skepsis", so die Schulleiter. "Schule kann nur gut funktionieren, wenn es klare Vorgaben gibt, die für alle Beteiligten im System transparent sind und alle auf die Einhaltung dieser Vorgaben vertrauen können."

Die Frage nach dem Warum

Die Ministerin müsse außerdem konkret erklären, warum Österreich an den PISA-Testungen vorläufig nicht teilnehme. Zwar stehen die Direktoren PISA "durchaus kritisch" gegenüber. "Die Absage mit der Begründung des Datenlecks macht Österreich allerdings international lächerlich." Es sei befremdlich, dass die Schließung eines Datenlecks durch Experten nicht in kürzester Zeit möglich sei: "Die Vorgangsweise stellt in den Raum, dass wir nicht imstande sind, mit Daten ähnlich sensibel umzugehen wie alle anderen teilnehmenden Staaten." Als Alternative zum "Justamentstandpunkt" der Ministerin schlagen die Direktoren vor, sich mit dem "überbordenden Verwaltungsaufwand zu beschäftigen, der unseren pädagogischen Tagesablauf behindert, manchmal sogar lähmt".

Auch beim Thema Zentralmatura fordern die Direktoren ein klares Bekenntnis der Ministerin: "Geben Sie eine klare Stellungnahme zur Neuen Matura bzw. zu deren Implementierung im Jahr 2015 ab! Die Durchhalteparolen und Verschiebungen, die das Projekt mittlerweile jahrelang begleitet, müssen ein Ende haben." Die Schüler und Lehrer hätten ein Recht darauf, endlich die Bestätigung dafür zu bekommen, dass die Reifeprüfung in der jahrelang vorbereiteten und in Schulversuchen erprobten Form stattfinde. "Vor allem in den Fremdsprachen gibt es die Neue Reifeprüfung seit mehreren Jahren in fast allen Schulen, und es ist nicht ein einziger Fall bekannt, dass dabei Daten an die Öffentlichkeit gelangt wären." (APA, 28.3.2014)

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