S&P macht Österreich Hoffnung auf AAA

28. März 2014, 14:56
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2012 hat Österreich das Triple A bei S&P verloren, bei "ausgeprägter Verbesserung" des Staatshaushaltes ist es wieder zu haben

Wien - Trotz der Hypo-Krise hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) das aktuelle Rating für Österreich bestätigt. Die Agentur stuft die Republik derzeit mit AA+ ein, sie bestätigte auch den stabilen Ausblick für das Land. Die Bestätigung reflektiert laut S&P die stabile Regierungspolitik Österreichs sowie eine vorhersehbare und wachstumsunterstützende Wirtschaftspolitik.

Ausschlaggebend für den stabilen Ausblick sei die Erwartung, dass Österreichs Wirtschaft von der internationalen wirtschaftlichen Erholung profitiere, die neue Regierung den strikten Konsolidierungspfad aufrecht erhalte und die österreichischen Banken auf ihre moderate Eigenkapitalausstattung fokussieren, so die Agentur. Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut. Die Bestätigung des Ratings sei "eine Bekräftigung dafür, dass wir mit unseren Maßnahmen den richtigen Weg eingeschlagen haben".

S&P rechnet aufgrund der für heuer geplanten Einrichtung der Abwicklungsgesellschaft für die Hypo Alpe Adria mit einem Anstieg der Staatsschuldenquote von 70,5 auf 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "Österreichs hohe Staatsschulden und moderate Eventualverbindlichkeiten - primär wegen des Bankensektors - hemmen das Rating", heißt es im S&P-Bericht.

Moody's bestätigt Kärnten-Rating

Am Donnerstagabend bestätigte unterdessen die Ratingagentur Moody’s die Einstufung des Bundeslands Kärnten mit A2 und stabilem Ausblick. Mitte Februar hatte Moody's die Kreditwürdigkeit Kärntens von A1 auf A2 gesenkt, in Reaktion auf die Diskussion über eine mögliche Insolvenz der Hypo.

Die Bestätigung erfolge "in Anschluss an die Entscheidung der österreichischen Regierung, eine Insolvenz für die verstaatlichte Hypo Alpe-Adria-Bank International AG auszuschließen und eine Bad-Bank-Lösung zu verfolgen", hieß es in der Moody's-Mitteilung. Damit seien "Wochen der Unsicherheit über die Zukunft der Bank" beendet worden, was auch das Risiko von Belastungen für Kärnten minimiere.

Moody's verweist diesbezüglich auf die Landeshaftungen für die Hypo, die mit knapp zwölf Milliarden Euro das Sechsfache des Kärntner Landesbudgets 2013 ausmachen. Zwar plane die Bundesregierung eine Lastenteilung mit Kärnten bei der Hypo-Abwicklung, doch geht Moody's davon aus, dass die finanzielle Belastung daraus weit unter den bestehenden Haftungen liegen werde.

Österreich 2013 herabgestuft

Im Jahr 2013 hatte Österreich die Topnote AAA bei S&P verloren, rückt mit der jüngsten Entscheidung aber wieder in hoffnungsvolle Nähe. Negativ auf das Landesrating könnten sich eine Abweichung bei der Budgetsanierung oder negative Auswirkungen auf Österreichs Banken bei einer Verschärfung der Krim-Krise auswirken.

"Wir würden Österreich hinaufstufen, wenn wir eine ausgeprägte Verbesserung bei der fiskalischen Flexibilität sähen, die über das Niveau des derzeitigen Regierungsplans hinausgeht, sowie eine weitere Verbesserung bei den externen Indikatoren", schreibt die Agentur in ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht. (red/APA, derStandard.at, 28.3.2014)

Kommentar: Ratingträume

  • Österreichs Rating.
    grafik: apa

    Österreichs Rating.

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