Schwarze rittern um Rupprechters Posten

27. März 2014, 18:20
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Ex-Minister Berlakovich könnte statt Rupprechter Generalsekretär des Ausschusses der Regionen werden

Wien - Wäre ihm nicht das Ministeramt dazwischengekommen, hätte Andrä Rupprechter in vier Tagen einen der wichtigsten Verwaltungsposten der Europäischen Union übernommen: den des Generalsekretärs des Ausschusses der Regionen. Durch seine, wie er selbst sagt, Blitzentscheidung für das heimische Landwirtschaftsministerium entsteht in Brüssel nun eine Vakanz, die dennoch mit einem Österreicher besetzt werden könnte - und das täte die ÖVP natürlich gerne mit einem Mann aus den eigenen Reihen.

Wie der Standard nun erfahren hat, sollen jedenfalls Rupprechters Vorgänger Nikolaus Berlakovich und der derzeitige EU-Parlamentarier Richard Seeber im Gespräch sein. In gut informierten Kreisen wird jedoch auch davon gesprochen, dass ÖVP-Parteiobmann Michael Spindelegger selbst mit dem Posten liebäugeln könnte - zumindest, wenn die anstehende EU-Wahl nicht zugunsten der Volkspartei ausginge. Dass es den Vizekanzler eigentlich nach Brüssel zieht, wird schon länger gemutmaßt.

Seeber im Spiel

Allerdings ist von einer Bewerbung Spindeleggers um den Posten nichts bekannt - wohl aber dürften Berlakovich und Seeber die Bewerbungsfrist genutzt haben. Der 52 Jahre alte Seeber ist Tiroler und hat seine Karriere über die Wirtschaftskammer gemacht - 1995 ging er als Leiter des Verbindungsbüros der Europaregion Tirol nach Brüssel, kandidierte dann 2004 für das Europaparlament, wo er sich von Anfang an mit regionaler Entwicklung befasste. Heuer tritt er nicht mehr an - dass das mit Vorwürfen zu tun habe, dass er seine Sekretariatszulage unkorrekt verwendet hätte, hat er stets dementiert.

Berlakovich (53) ist als Regionalpolitiker ebenfalls qualifiziert: Vor seiner Bestellung zum Minister 2008 war er drei Jahre als burgenländischer Landesrat und drei Jahre als Landtagsklubchef tätig. Allerdings hat er sich nach eigenem Bekunden nicht um den prestigeträchtigen Posten beworben.

Rupprechter war vergangenen November einstimmig vom Präsidium des Ausschusses der Regionen zum Generalssekretär ernannt worden. Sein Dienstantritt hätte am 1. April erfolgen sollen. Aufgrund des Ausfalles hat nun der bisherige Verwaltungsdirektor Daniel Jansens im März das Amt interimsmäßig übernommen - Ende Juni soll das Präsidium dann über die endgültige Nachfolge entscheiden und der neue Generalsekretär im Oktober seine Arbeit aufnehmen. (Katharina Mittelstaedt, Conrad Seidl, DER STANDARD, 28.3.2014)

  • Ämtertausch: Berlakovich (li.) übergab sein Ministerium an Rupprechter, der einen Top-Job in Brüssel ausgeschlagen hat. Für diesen kommen nun Berlakovich ... 
    foto: apa/pfarrhofer,

    Ämtertausch: Berlakovich (li.) übergab sein Ministerium an Rupprechter, der einen Top-Job in Brüssel ausgeschlagen hat. Für diesen kommen nun Berlakovich ... 

  • ... und Seeber ins Spiel.
    foto: epp/lahousse

    ... und Seeber ins Spiel.

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