Vorwurf: "Handelsblatt" verkauft Artikel um 5.000 Euro

27. März 2014, 17:41
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Kunden angeboten - Werbung werde "redaktionell absolut harmonisch integriert" - Zeitung spricht von Fehler eines Mitarbeiters

Die deutsche Zeitung "Handelsblatt" steht unter dem Verdacht, Artikel gegen Geld anzubieten. Wie das Branchenmedium "Werben & Verkaufen" (W&V) schreibt, hat ein Anzeigenvertreter versucht, ein kleines "Leser-Porträt" auf Seite 3 für 5.000 Euro an einen Kunden zu verkaufen. Die Zeitung weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem "Fehler" eines Mitarbeiters.

Laut dem "W&V"-Bericht preist ein Anzeigenverkäufer das Leserporträt als "redaktionell absolut harmonisch integriert" und vom Leser "als Beitrag der Redaktion wahrgenommen" an. Und weiter: "Sie schlagen die Zeitung auf und können gar nicht anders als direkt rechts oben das Foto anzuschauen", schwärmt der Vermarkter von der Platzierung.

Gemeint ist das Format "Handelsblatt-Leser stellen sich vor", das regelmäßig auf Seite 3 erscheint. Dabei handle es sich um einen redaktionellen Artikel, so das "Handelsblatt", der von Journalisten geschrieben werde.

Gegenüber "W&V" verteidigt sich die Zeitung, dass ein Außendienstmitarbeiter einen Fehler begangen habe. 5.000 Euro fließen nur, wenn ein porträtierter Leser nach Erscheinen des Artikels für drei Jahre die Nutzungsrechte daran erwerbe, heißt es. Ein "Rechteverkauf", der in allen Verlagen üblich sei, um das "geistige Eigentum von Journalisten" zu schützen. (red, derStandard.at, 27.3.2014)

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