Rufus Wainwright: Vienna at last!

27. März 2014, 17:15
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Der Sohn des Singer-Songwriteres Loudon Wainwright III. tritt am Freitag im Wiener Museumsquartier auf

Wenn Sie in der Staatsoper je neben einem Mann in krachledernen Hosen zu sitzen kommen, der laut schmatzend Kinoverpflegung zu sich nimmt und das eine oder andere Popkörnchen so nonchalant wie nichtgalant über das Logengeländer nach unten entsorgt, dann Sie sitzen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit neben Rufus Wainwright. Der liebt nämlich das Klischee, und im Falle Österreichs ist das die Oper und der transatlantische Export-Evergreen Sound of Music. Die singende Familie Trapp erklärt die Lederhosen, die wir dem Mann nicht nur unterstellen, er besitzt tatsächlich eine solche hierzulande geschneiderte. Aber nicht die Garderobe des amerikanisch-kanadischen Sängers und Dandys ist Anlass dieser Betrachtung, sondern ein Konzert des 40-Jährigen, das heute, Freitag, im Wiener Museumsquartier stattfindet.

Der Anlass dazu ist von vergleichsweise niedriger Natur. Rufus, wie wir ihn liebevoll rufen, veröffentlicht ein Best-of-Album. Also etwas, das im besten Falle gutes Taschengeld bringt, ohne dass unter den Achseln das Salzwasser fließen muss. Das hat er sich verdient. Der Sohn des Singer-Songwriteres Loudon Wainwright III. (Hard Day on the Planet!) hat seit 1998 immerhin zehn teilweise ausufernde Alben veröffentlicht und sich damit eine globale Fangemeinde erarbeitet, zu der Kollegen wie Elton John, die Pet Shop Boys, Burt Bacharach oder Joan Wasser alias Joan as Police Woman zählen. Wainwrights Kunst reicht vom klassischen Singer-Songwriting über Musical-Heimsuchungen und Pomp bis zum modernen Kammerpop, den er mit offenem Hosentürl lässig-fahrlässig durchschlurft. Dem Anlass entsprechend wird der Gute heute wohl ein Best-of-Programm geben. An guten Abenden reicht es ja schon, wenn er nur durchs Mikro seufzt, um Ekstase im Saal zu generieren. (flu, DER STANDARD, 28.3.2014)

28. 3., Museumsquartier, Halle E, 19.30

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