Wut und Steine gegen ausländische Helfer in Burma

27. März 2014, 14:13
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Der Unterstützung der muslimischen Minderheit verdächtigt

Rangun - Ausländische Helfer leben in einer Unruheregion in Burma gefährlich. Sie werden verdächtigt, aufseiten einer benachteiligten muslimischen Minderheit zu stehen. Die Polizei fürchtet um das Leben der Helfer.

Wütende Buddhisten haben in Burma Steine auf ausländische Helfer geworfen. Ein Mob von rund 300 Menschen habe mehrere Häuser von Hilfsorganisationen in Sittwe in der Unruheregion Rakhine an der Südwestküste umzingelt und lautstark protestiert, berichtete ein Sprecher der Lokalregierung am Donnerstag. Die Polizei musste amerikanische Mitarbeiter der Malteser in einem ihrer Gästehauser in Sicherheit bringen.

Der deutsche Landesdirektor der Malteser, Johannes Kaltenbach, bestätigte den Zwischenfall von Mittwoch. Den Ausländern werde vorgeworfen, gegen die Interessen der Rakhine-Bevölkerung zu handeln, sagte er.

In der Region schwelt ein Konflikt zwischen der buddhistischen Mehrheit und den Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya. Der Staat verweigert den teils seit Generationen dort lebenden Muslimen die Staatsbürgerschaft. Die Buddhisten wollen sie vertreiben. 2012 kam es zu Unruhen, bei denen Dutzende Menschen starben. Zehntausende Rohingyas wurden vertrieben und leben seitdem in Lagern.

In dem konkreten Fall entzündete sich der Zorn nach Angaben von Regierungssprecher U Win Myaing an einer Flagge, die die Malteser nicht an dem von ihnen gemieteten Haus hissen lassen wollten. Kaltenbach berichtet, dass diese Flagge ein Protestsymbol gegen die Volkszählung sei. "Die Hilfsorganisationen akzeptieren alle keinerlei religiöse Symbole an ihren Häusern", sagte er. In Sittwe arbeiten nach seinen Angaben einige Dutzend Ausländer.

Die Polizei habe die amerikanische Mitarbeiter der Malteser am Abend aus dem Haus eskortiert, berichtete der Regierungssprecher. Nach Angaben von Kaltenbach übernachtete sie mit anderen Ausländern im Gästehaus der Polizei. Die Situation sei am Donnerstag weiter angespannt gewesen. Der Mitarbeitern gehe es aber gut. Es sei niemand verletzt worden. "Wir hatten uns auf Demonstrationen eingestellt, aber in diesem Ausmaß hatte das niemand erwartet", sagte er. (APA, 27.3.2014)

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