Gute Noten für die Vetmeduni Wien

27. März 2014, 14:16
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Österreichs Hochschule für Tiermedizin ließ die Forschungsaktivitäten evaluieren

Wien - Die Veterinärmedizinische Universität Wien hat ihre Forschungsleistungen von einer internationalen Fachjury evaluieren lassen. Das Ergebnis: Die eingeworbenen Drittmittel konnten zwischen  2008 bis 2012 verdoppelt, die Publikationen in Top-Journalen um 52 Prozent gesteigert werden. Hinter dem Wachstum im Output steht auch eine Strategie der Hochschule, wie Otto Doblhoff-Dier, Vizerektor für Forschung, erzählte: Man motiviere die Wissenschafter statt zwei verwandte Publikationen in Journalen von mittlerer Bedeutung, eine große Arbeit in einem wichtigen Fachmagazin zu veröffentlichen.

Gerhard Breves von der Tierärztlichen Hochschule Hannover war Leiter der Evaluierungsjury. Der Wissenschafter war voll des Lobes für die Vetmeduni Wien und betonte, dass die Änderung der Departmentstruktur sich positiv ausgewirkt habe. Die Zahl der Abteilungen wurde von sieben auf fünf reduziert und inhaltlich enger verzahnt.

Exzellente Grundlagenforschung

Breves betonte, dass vor allem die Grundlagenforschung an der Vetmeduni exzellent sei. Optimierungsbedarf sieht er im klinischen Bereich. Hier sei es schwierig, aufgrund der Versorgung von zu behandelnden Tieren - 43.000 im vergangenen Jahr - eine qualitativ hochwertige Forschung zu ermöglichen. Er empfiehlt die Zusammenarbeit von Klinikern mit Grundlagenforschern, sagt aber dazu, dass auch andere tierärztliche Hochschulen in Europa dieses Problem hätten. Das Einweben von Drittmitteln aus der Pharmabranche für Forschung ist laut Vetmeduni-Rektorin Sonja Hammerschmid deutlich schwieriger als in der Humanmedizin. "Der Markt ist kleiner. In der Humanmedizin hat die pharmazeutische Auftragsforschung eine zehnmal stärkere Dimension."

Hammerschmid kritisierte eine vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung in Auftrag gegebene Studie von 2012, die die Vetmeduni als "Unterperformer" in der Drittmitteleinwerbung bezeichnete. In dieser Studie wurden die Drittmittel zum Globalbudget in Relation gesetzt. Für Hammerschmid ein Fehler, "denn hier wird außer Acht gelassen, dass wir bereits 35 Prozent des Globalbudgets für die Miete an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) aufwenden." Zum Vergleich: Die MedUni Wien gibt 2,1 Prozent des Globalbudgets für die Miete aus. Grund für die hohe Miete der Vetmeduni laut Hammerschmid: Die Investitionskosten für den Campus-Neubau in Wien Floridsdorf. (pi, derStandard.at, 27.3.2014)

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