Runtastic 5.0 bringt Pro-Features für Gratis-App

27. März 2014, 14:18
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Österreichisches Unternehmen will sich in anderen Ländern breiter aufstellen

Die Fitness-App Runtastic des gleichnamigen Entwicklerstudios aus Linz ist in neuer Version erschienen. Die App wurde optisch überarbeitet und hat neue Funktionen erhalten. Die millionenfach heruntergeladene Fitness-App Runtastic aus Oberösterreich will sich auch im Ausland breiter aufstellen. "In den USA müssen wir noch stärker werden", sagt Mitgründer Florian Gschwandtner.

Neue Funktionen

Runtastic 5.0 für iOS und Android bietet nun einige Funktionen in der Gratis-App, die zuvor nur in der kostenpflichtigen Variante verfügbar waren. Dazu gehören der Musikplayer sowie Live-Tracking und die Motivationsfunktion Live-Cheering. Ebenfalls neu ist eine Analyse des Flüssigkeitsbedarfs nach dem Sport. Die Trainingspläne sind nun erstmals auch in der Android-Version verfügbar. Die App für Windows Phone wurde noch nicht aktualisiert.

70 Millionen Downloads

Seit der Übernahme von Runtastic durch den deutschen Springer-Konzern sind die Downloads stark gestiegen. 70 Millionen Mal wurde das Programm bereits heruntergeladen. Gschwandtner hat die App gemeinsam mit drei Freunden im Jahr 2009 entwickelt. Im Oktober 2013 stieg Springer mit 51,1 Prozent ein, Gschwandtner und seine Mitgesellschafter wurden Millionäre. Den exakten Verkaufspreis hält der Runtastic-CEO geheim, ebenso Umsatz und Gewinn. "Runtastic ist seit Mai 2011 profitabel", versichert Gschwandtner im Gespräch mit der APA. Im Jahr 2012 wies die runtastic GmbH mit Sitz in Pasching bei Linz eine Bilanzsumme von über 2 Mio. Euro aus, 2011 waren es erst 568.000 Euro gewesen.

Runtastic beschäftigt mittlerweile 80 Vollzeitmitarbeiter aus 16 Nationen. Der Großteil arbeitet in Oberösterreich, ein paar in Wien und einer in San Francisco. Die Nähe zum Silicon Valley ist wichtig, "um mit Apple, Google und Facebook zu kommunizieren", so Gschwandtner. Der Firmensitz soll aber in Oberösterreich bleiben, versichert der CEO.

Neue Sprachen

Dennoch zieht es die Oberösterreicher in die weite Welt, zumindest virtuell. Bereits in 18 Sprachen gibt es die App, die via GPS am Handy aufzeichnet, wie viele Kilometer der User in welcher Zeit läuft. "Chinesisch und japanisch sind neu dazugekommen. Lokalisierung ist wichtig."

In Europa ist Runtastic nach Angaben von Gschwandtner Marktführer. Die meisten Downloads kommen aus Deutschland, gefolgt von den USA. Den Marktanteil in Übersee vermag der Start-up-Unternehmen nicht zu schätzen. Auf jeden Fall sieht er aber Ausbaupotenzial. Auch in den USA sei der Höhepunkt der Fitnesswelle noch nicht erreicht. Lediglich die Küstenstädte seien geprägt vom Sport- und Gesundheitsboom. Insgesamt sei aber mehr als ein Drittel der US-Bevölkerung zu dick. Auch in Europa sei Fettleibigkeit ebenso dem Vormarsch wie der Fitness-Lebensstil. "Die Leute geben mehr Geld aus, um fit zu sein. Durch das Smartphone sinkt die Einstiegshürde."

Werbeeinnahmen

Runtastic verdient sein Geld nicht nur mit Einnahmen aus den Downloads der Pro-Versionen seiner Apps, sondern auch mit Werbung, die mit der kostenlosen Variante des Programms kommt, sowie mit Sportzubehör, etwa Pulsgurt oder Körperfettwaage. "Wir bauen unsere Hardware selbst und vertreiben diese international - online und in Geschäften", erklärt Gschwandtner. Heuer will er ein neues Sportprodukt herausbringen.

Weitere Apps

Die Oberösterreicher basteln daneben laufend an anderen Apps. 15 Programme haben sie im Portfolio, alle aus dem Bereich Fitness. Mit "Heart Rate" kann man zum Beispiel über den Kamerasensor am Handy seinen Puls messen, "Story Running" bietet kostenpflichtig Geschichten und Musik für 40-minütige Läufe - "damit die 40 Minuten für Couch-Potatos wie im Flug vergehen", meint Gschwandtner. Rund 100.000 tägliche Downloads verzeichnet die IT-Schmiede zwischenzeitlich. "Dieses Jahr ist uns der milde Winter zugutegekommen." Bei der Lauf-App Runtastic haben sich rund 30 Mio. Nutzer mit E-Mail angemeldet. Wie viele Menschen die Anwendung regelmäßig nutzen, verrät Gschwandnter nicht.

Auch ein Ziel, was die Nutzer- oder Downloadzahl 2014 betrifft, will er nicht nennen. Der Einstieg eines weiteren Investors oder ein Zukauf dürften jedenfalls nicht geplant sein: "Wir wachsen gesund weiter und das soll auch so bleiben." Einen Börsengang "würde ich nicht als Ziel beschreiben. Aber sowas kann alles passieren."

Keine gebrandeten Apps

Mit dem Haupteigentümer Springer seien keine Kooperationen nach dem Muster von für bestimmte Zeitungen oder Portale gebrandeten Apps angedacht. Der deutsche Verlag habe "in sehr viele Start-ups investiert, mit dem Wissen, dass sich die Welt verändert." Gschwandtner hält, wie auch die anderen drei Gründer, noch knapp 11 Prozent am Unternehmen. Weitere 6 Prozent gehören dem Business Angel Johann Hansmann, der in gut drei Dutzend Start-ups investiert hat. (APA/br, derStandard.at, 27.3.2014)

  • Runtastic steht in neuer Version zur Verfügung.
    foto: runtastic

    Runtastic steht in neuer Version zur Verfügung.

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