Am 1. Juli kommt das Feinstaubpickerl

Kolumne30. März 2014, 16:51
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Sektorale Fahrverbote für LKW sind fix - und damit viel Bürokratie

Wenn in einer Region die Feinstaub-Grenzwerte sehr oft überschritten werden, müssen Maßnahmen dagegen unternommen werden, sagt das Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L). Zum Beispiel Geschwindigkeitsbeschränkungen, die wir von Autobahnen (Inntal, Großraum Linz) und vom Wiener Stadtgebiet her kennen.

Es gibt aber auch solche, die härter treffen, nämlich sektorale Fahrverbote für Autos, die man salopp als alte Stinker bezeichnen könnte. Konkret wird so eine Maßnahme nun erstmals im Osten Österreichs: Ab 1. Juli dürfen Lastkraftwagen und Sattelschlepper, die nur Abgasnorm Euro 1 (oder Euro 0 oder gar nichts) erfüllen, nach Wien und in große Teile der umliegenden Bezirke nicht mehr hereinfahren - und eigentlich auch nicht mehr hinaus, nämlich überhaupt nicht mehr.

Unzählige Ausnahmen

Konkret handelt es sich um Lkws jeglicher Gewichtsklasse, also auch um verblechte Kleinwagen bis etwa Baujahr 1997. 2016 wird das Fahrverbot dann auch auf Euro-2-Fahrzeuge ausgeweitet, also bis Baujahr 2001. Ob es der Umwelt hilft, ist fraglich, weil es dazu gleich eine unüberschaubare Menge an Ausnahmen gibt, aufgrund derer die wirklichen Stinker erst recht nicht verschwinden werden.

Bringen wird es auf jeden Fall eine heftige Bürokratisierung mit vier verschiedenen Umweltpickerln und jeder Menge Rechtsunsicherheit, da seit den 1990er-Jahren Begriffe in der Zulassungsnomenklatur geändert wurden. Und: Damit nicht alles gar so einfach ist, gelten die neuen Regeln auch im Burgenland - aber nicht die gleichen, sondern ein bisschen andere. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 28.3.2014)

  • Der sogenannte "Feinstaub-Hunderter" ist nicht wirklich beliebt. Jetzt kommt das "Feinstaubpickerl".
    foto: apa/gindl

    Der sogenannte "Feinstaub-Hunderter" ist nicht wirklich beliebt. Jetzt kommt das "Feinstaubpickerl".

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