Online/Print: "Kleine Zeitung" fragt nach Gräben und Gemeinsamkeiten

27. März 2014, 11:20
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"Dünkel der Tradition gegen Arroganz des Fortschritts": Ulrich und Wegner von der "Zeit" stellen zwölf Thesen zu Print und Online auf

Graz/Hamburg/Wien - Der #Hoodiejournalismus und die Diskussion rund um Print- und Onlinejournalisten beschäftigt auch die "Kleine Zeitung". In einem eigenen Dossier werden Print- und Onlineredakteure gefragt, was Journalismus heute ist und wo er in Zukunft stattfindet. "Wir haben im eigenen Haus in Gegenüberstellungen nach Gräben und Gemeinsamkeiten gesucht", heißt es in der Einleitung.

Von einander lernen

"Es gibt für mich innerhalb des Prinzips Zeitung keine "Online-Medien". Es gibt Marken, die mehr oder weniger erfolgreich ein lebensbegleitendes Dialog-Angebot stellen. Auf welchen Plattformen die Leser oder Nutzer dieses Dialog-Angebot erwidern, ist zweitrangig. Hauptsache, sie tun es", sagt etwa "Kleine Zeitung-Chefredakteur Hubert Patterer. Beide könnten, was die Erzählkunst betrifft, von einander lernen. "Und: Beide wissen es nicht", sagt Patterer.

Humor und Übermut

Online-Redakteur Sebastian Krause: "Der Online-Journalismus ist in der Pubertät. Er ist gut gebildet aus der theoretischen Ausbildung gekommen und hat erstmals eine grobe Vorstellung davon, wie er später mal sein Geld verdienen will - doch vor allem widerspricht er nun reflexartig und nur zu trotzig dem journalistischen Elternhaus. Kurzum: Er will ausziehen, seine eigenen Fehler machen und erwachsen werden – braucht dafür aber Geld von Zuhause. Ihm fehlt als Zögling Erfahrung und Weitblick, dafür bringt er (wie die Hoodie-Debatte zeigt) nötigen Humor und Übermut in eine Branche, die sich selbst gerne sehr ernst nimmt."

>>> Mehr Meinungen auf kleinezeitung.at

"Dünkel der Tradition gegen Arroganz des Fortschritts"

Auch Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der "Zeit", und "Zeit Online"-Chefredakteur Jochen Wegner tauschen öffentlich ihre Gedanken zur Print/Online-Debatte aus und stellen gemeinsam 12 Thesen auf, von "Onliner kompensieren mangelnde Akzeptanz mit Zukunftsarroganz. Printler ihre Zukunftsangst mit Gegenwartsarroganz" bis "Die Frage ist nicht Print oder Online, sondern: wann und in welchem Rhythmus?". >>> 12 Thesen zu Print und Online auf zeit.de. (red, derStandard.at, 27.3.2014)

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    foto: derstandard.at

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