Gurlitt will Bilder zurückgeben

26. März 2014, 22:27
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In der Salzburger Villa sind weitere Werke aufgetaucht, Cornelius Gurlitt will Bilder aus jüdischem Besitz zurückgeben

Salzburg/Wien - Die Geschichte um die Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt ist seit Mittwoch um eine Facette reicher: So dürfte die Zahl jener Werke, die in der Salzburger Villa des 81-Jährigen gefunden wurden, weit höher liegen als bisher bekannt. 180 weitere Bilder wurden nun "im Hausrat" entdeckt, berichtet ORF 2 ("Zeit im Bild"). Erst im Februar hatte man 60 Werke in der Salzburger Gurlitt-Villa gefunden.

Unter den Stücken findet sich laut "ZiB" ein Ölgemälde von Claude Monet aus 1903, das die Waterloo Bridge zeigt und bis dato als verschollen galt. Der Wert könne bei bis zu zehn Mio. Euro liegen. Auch Gemälde von Edouard Manet, eine Bronzeskulptur von Auguste Rodin oder Zeichnungen von Gauguin, Cezanne und Picasso fänden sich demnach unter den Salzburger Stücken.

Salzburger Werke nicht unter Raubkunstverdacht

Der Wert der nun rund 240 Salzburger Bilder dürfte somit laut ORF deutlich über demjenigen der Münchner Sammlung Gurlitts liegen - die immerhin rund 1.000 Werke umfasst. Überdies dürften die Salzburger Funde aus dem Besitz von Gurlitts Großvater Louis stammen und deshalb nicht unter Raubkunstverdacht stehen.

In der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt war ein spektakulärer Kunstschatz gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg stellte 2012 mehr als 1.000 Kunstwerke sicher, die auf Gurlitts Vater Hildebrand zurückgehen dürften, der unter anderem für Adolf Hitler als Kunsthändler tätig war. Knapp 600 davon stehen im Verdacht, Raubkunst aus der Nazizeit zu sein, was derzeit überprüft wird.

Erste Rückgabe steht bevor

Gurlitt wurde mittlerweile gerichtlich ein Betreuer beigeordnet. Laut dessen Angaben gegenüber deutschen Medien vom Mittwoch plant der Kunsthändlersohn die Rückgabe aller Kunstwerke aus jüdischem Besitz. Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger erklärte am Mittwoch, die Übergabe des ersten Exponats stehe unmittelbar bevor.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag, des Norddeutschen Rundfunks und des Westdeutschen Rundfunks soll in Kürze die Übergabe von Matisses Porträt "Sitzende Frau" an Nachfahren des Pariser Kunstsammlers Paul Rosenberg vereinbart werden. (APA, 27.3.2014)

  • Die "Sitzende Frau" von Henri Matisse soll demnächst zurückgegeben werden.
    foto: ap/staatsanwalt augsburg

    Die "Sitzende Frau" von Henri Matisse soll demnächst zurückgegeben werden.

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