Bewohner Ost-Jerusalems kämpfen vor Gericht um Wasserversorgung

26. März 2014, 16:23
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Zehntausende Palästinenser leiden seit drei Wochen unter Wassermangel

Jerusalem/Ramallah - Die Einwohner mehrerer palästinensischer Stadtviertel im israelisch besetzten Ost-Jerusalem sind seit drei Wochen größtenteils ohne Wasser. Deshalb haben sie jetzt den Hohen Gerichtshof Israels angerufen, die Behörden zur sofortigen Abhilfe aufzufordern.

Wie ein Sprecher der Bürgerrechtsgruppe ACRI am Mittwoch mitteilte, hat diese israelische Organisation das Ersuchen am Vortag im Namen der Bürger von drei Stadtteilen des weitläufigen Flüchtlingslagers Shuafat im Norden Jerusalems eingereicht.

Drei Wochen ohne Wasser

In der Petition wird beklagt, dass "die höher gelegenen Bezirke seit drei Wochen überhaupt kein Wasser mehr erhalten und in den anderen Gebieten der Wasserdruck so schwach ist, dass die Leitungen immer wieder versiegen". Das Hohe Gericht müsse die Jerusalemer Wassergesellschaft Hagichon anweisen, sofort tätig zu werden, hieß es in der Eingabe. Von Hagichon war auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

ACRI kritisierte in einer Pressemitteilung, die Wasserknappheit sei "nur das jüngste und vielleicht akuteste Beispiel für die Vernachlässigung dieser Stadtteile". Shuafat war 1967 nach der israelischen Besetzung des Westjordanlands wie einige noch weiter nördlich gelegene große arabische Ortschaften Ost-Jerusalem angegliedert worden. 1980 war das stark vergrößerte Stadtgebiet per Gesetz annektiert worden, was international nicht anerkannt wird.

Shuafat liegt so innerhalb der erweiterten Stadtgrenzen; seine Bewohner haben größtenteils israelische Personalausweise. Aber sie sind durch die in den letzten Jahren errichteten Sperranlagen von den zentraleren Stadtgebieten abgeschnitten. "Schulische Versorgung, Wohlfahrtsdienste, Nahverkehr, Müllabfuhr, Infrastruktur und sogar die Polizei sind in diesen Bezirken kaum noch vorhanden", kritisieren die Bürgerrechtler. Selbst Hagichon habe eingeräumt, dass die Infrastruktur zur Wasserversorgung in Shuafat nur für 15.000 Bewohner angelegt sei, während dort zwischen 60.000 und 80.000 Menschen lebten. (APA, 26.3.2014)

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