"Too big to fail" hilft US-Großbanken

26. März 2014, 15:16
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Weil Investoren glauben, große Banken würden vom Staat gerettet, geben sie diesen lieber ihr Geld

In elf Forschungsberichten legte die New Yorker Filiale der Federal Reserve am Dienstag vor, dass US-Großbanken gegenüber ihren kleineren Rivalen bevorzugt werden. Demnach bringe die Bedeutung für das Finanzsystem den großen Banken Vorteile, bei der Geldbeschaffung würden Investoren immer noch die Großbanken bevorzugen. Vor allem, weil auch fünf Jahre nach der Finanzkrise und trotz aller Reformen immer noch davon ausgegangen wird, die US-Regierung würde die großen Institute im Notfall retten.

In der Refinanzierung und im operativen Geschäft würden laut den Studien die großen Banken einen finanziellen Vorteil von 0,31 Prozent erzielen. Einer anderen Studie der Banken-Lobbygruppe The Clearing House zufolge, sei der Unterschied nur unbedeutend.

Fünf Jahre nach der Finanzkrise wird weltweit weiter darüber gestritten, ob der Staat auch heute noch im Krisenfall zum Eingreifen bei Großbanken wie Bank of America oder JPMorgan Chase gezwungen wäre, um Schaden von der Gesamtwirtschaft abzuwenden. Die Bankenaufseher versuchen die gegenseitige Abhängigkeit von Staat und Banken auszuhebeln, indem sie den größten Häusern zusätzliche Kapitalauflagen machen, um sie krisenfester zu machen. Vom Ergebnis der Diskussion hängt ab, wie streng die neuen Regeln im Rahmen der sogenannten Dodd-Frank-Reformen ausfallen werden. Nach Ansicht der Banken reichen die bestehenden Vorschriften aus, hochrangige US-Abgeordnete kritisieren aber die aus ihrer Sicht weiterbestehende Haftung des amerikanischen Steuerzahlers. (red/Reuters, derStandard.at, 26.3.2014)

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