Zahl der Hinrichtungen stieg auch 2013

Infografik27. März 2014, 05:30
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Amnesty-Statistik zeigt übliche Verdächtige vorne: Iran, Irak, Saudi-Arabien - und China als unbekannte Größe

Wien - Jedes Jahr wieder sorgen eine Handvoll Staaten für eine steigende Bilanz des staatlich angeordneten Todes: Auch im Vorjahr wurden fast 80 Prozent der weltweit hingerichteten Menschen im Iran (mindestens 369), im Irak (mindestens 169) und in Saudi-Arabien (mindestens 79) getötet. Mit den USA (39) und Somalia (mindestens 34) führen sie die aktuelle Statistik von Amesty International an.

Europa und Zentralasien blieben dagegen erstmals seit 2009 todesstrafenfrei. Die große Unbekannte in dieser Statistik heißt allerdings ebenso verlässlich China: Seit 2009 veröffentlicht Amnesty keine Schätzwerte über Todesurteile und Hinrichtungen in der Volksrepublik China, da dort Angaben zur Todesstrafe als Staatsgeheimnis behandelt werden. Die verfügbaren Informationen deuten aber alle Jahre wieder darauf hin, dass China mehr Menschen hinrichtet als der Rest der Welt zusammen.

Mindestens 1.925 Menschen zum Tod verurteilt

Im Jahr 2013 wurden laut Amnesty mindestens 778 Menschen (2012: 682) in 22 Ländern (2012: 21) hingerichtet und mindestens 1.925 Menschen (2012: 1.722) in 57 Ländern (2012: 58) zum Tod verurteilt.

"Auffallend an der aktuellen Statistik ist die Polarisierung zwischen der Fortsetzung des weltweiten Abschaffungstrends und einem alarmierenden Gegentrend", erklärte Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, in einer Aussendung. Bei Staaten, in denen Menschenrechte grundsätzlich infrage gestellt würden, sei ein sehr schmerzlicher Anstieg der Hinrichtungen zu sehen, so Patzelt mit Blick auf den Iran und den Irak.

Die beiden Staaten sind beinahe alleine für den rund 15-prozentigen Anstieg der weltweiten Zahl an Hinrichtungen verantwortlich. Amnesty International schätzt, dass es im Iran zudem hunderte offiziell nicht bestätigte Exekutionen gab.

Schätzungsweise tausende Exekutionen in China

"Völlig einzigartig bleibt China", so Patzelt. "Mit geschätzten tausenden Exekutionen ist es absoluter Hinrichtungsweltmeister, wie in den vergangenen Jahren auch. Das genaue Ausmaß ist mit präzisen Zahlen nicht erfassbar, stellt aber jedenfalls ein Vielfaches der gesamten restlichen Welt dar." (APA, 27.3.2014, Grafik: Markus Hametner)

  • Eine Hinrichtungszelle in Texas.
    foto: ap/pat sullivan

    Eine Hinrichtungszelle in Texas.

  • Hinrichtungen und Todesurteile 2013.

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