ZTE gewann Ausschreibung der Telekom Austria

26. März 2014, 12:59
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Auftrag über zumindest 25 Mio. Euro für Netzausbau in Weißrussland

Der chinesische Telekomausrüster ZTE hat eine Ausschreibung der Telekom Austria (TA) gewonnen. Die Chinesen sind damit neben der Nokia-Netzwerksparte NSN Zulieferer beim Netzausbau in allen Ländern, in den die TA aktiv ist. Noch heuer soll ZTE für mindestens 25 Mio. Euro das Netz in Weißrussland LTE-fit machen. Das Umsatzpotenzial beziffert Alexander Schuster von ZTE Österreich auf 70 Mio. Euro.

Netzausbau in Bulgarien und Kroatien

Die 70 Mio. Euro an jährlichem Umsatzpotenzial sieht Schuster wegen des geplanten Netzausbaus in "zwei, drei weiteren Ländern". Dem Vernehmen nach sind das neben Österreich Bulgarien und Kroatien. Die Weichenstellung soll noch heuer erfolgen und Anfang 2015 dann umgesetzt werden. Hierzulande schielt ZTE vor allem auf Westösterreich, während NSN den Datenturbo LTE in Ostösterreich ausrollen dürfte, so Schuster am Mittwoch im Gespräch mit der APA.

Mit dem Vertrag, der auf unbefristete Zeit abgeschlossen wurde, sieht Schuster auch den ZTE-Standort Österreich gestärkt. Als Osteuropa-Zentrale werde man in Wien den Personalstand um acht bis zehn Mitarbeiter aufstocken, derzeit sind es 89 Mitarbeiter. Schuster glaubt an den osteuropäischen Telekom-Markt: "Die Leute dort hängen am Smartphone und können sich das auch leisten."

"Superanders"

Angesprochen auf angebliche Schmiergeldzahlungen, die der ZTE-Rivale Huawei an ehemalige Vorstände der Telekom gezahlt haben soll, betont Schuster, dass das nun "superanders" sei. Die Compliance-Vorschriften, die Korruption verhindern sollen, seien nach den Skandalen verschärft worden. Managern, die sich nicht daran halten, drohen laut Schuster hohe Geldstrafen. "Es kann sich keiner erlauben, sich nicht daran zu halten", meint der Vertriebschef von ZTE Österreich.

Das Unternehmen war erst Ende 2010 in Österreich gestartet und setzte bereits nach einem Jahr mit 40 Mitarbeitern 30 Mio. Euro um. Den eigenen Angaben zufolge schrieb man 2013 bei einer Gewinnspanne von 10 Prozent einen Umsatz von 117 Mio. Euro - ein Plus von 36 Prozent gegenüber den 86 Mio. Euro von 2012. Nach Österreich kamen die Chinesen über den massiven Netzausbau der ebenfalls chinesischen "3", die zum Hongkonger Mischkonzern Hutchison gehört. (APA, 26.3.2014)

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