Erste Tests: Viel Lob für das neue HTC One

26. März 2014, 11:59
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Kritiker von fast allen Aspekten des Geräts überzeugt, nur die Kamera enttäuscht weiterhin

Nach wochenlangen Gerüchten und ausführlichen Leaks im Vorfeld hat HTC am Dienstag sein neues Flaggschiff vom Stapel gelassen. Nach wie vor heißt das Smartphone "HTC One", trägt in seiner zweiten Iteration aber den Namenszusatz "M8".

Mittlerweile liegen die ersten Kurztests zum neuen Android-Flaggschiff des strauchelnden taiwanischen Herstellers vor. Diese dürften bei der Konzernführung vermutlich für Zufriedenheit sorgen, denn durch die Bank wird das Gerät gelobt. "Das beste Android-Phone wird noch besser" titelt etwa das Wall Street Journal fast etwas großspurig. Großteils sehr angetan gibt man sich auch bei Wired und The Verge.

Lob für Verarbeitung

Besonderes Lob erhält die grundsätzliche Kombination aus Highend-Hardware und dem metallenen Gehäuse in präziser Verarbeitung. Letzteren Aspekt hatte HTC bei der Vorstellung umfassend betont und Seitenhiebe auf Samsung ob dessen Verwendung von Kunststoff ausgeteilt.

"Es wurde gemacht, um betrachtet zu werden, um geliebäugelt und angehimmelt zu werden", preist The Verge die Äußerlichkeiten. Trotz seiner recht üppigen Maße soll das Gerät angenehmer in der Hand liegen als sein etwas kantigerer Vorgänger.

Tolles Display, schöner Klang

Beeindruckt hat auch das auf eine Diagonale von fünf Zoll im Vergleich zu Vorgänger leicht gewachsene Display. Wie schon beim letzten One setzt man hier Maßstäbe in puncto Helligkeit, Farbwiedergabe und Kontraste. Führend bleibt HTC laut Kritiken in puncto Klang. Für ein Smartphone soll die Audiowiedergabe durch die "Boomsound" Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite erstaunlich gut sein.

Software

Auf Seiten der Software werden ebenso Verbesserungen angemerkt. Die HTC Sense-Oberfläche ist in Version 6 nun aufgeräumter und erleichtert somit die Navigation. Die "am wenigsten aufdringliche" Eigenlösung nennt das Wall Street Journal die Oberfläche im Vergleich zu anderen Interfaces, wie etwas Samsungs Touchwiz. Die Softkeys unter dem Display wurden abgeschafft und auf den Bildschirm verlegt, eine weitere sinnvolle Neuerung sind verschiedene Klopfgesten zum Aufwecken des Displays.

Der flotte Snapdragon 801-Chip gewährleistet ruckelfreie Navigation und zügige App-Starts. Positiv bemerkt wird auch die Möglichkeit, den Speicher mit einer microSD-Karte zu ergänzen.

Sorgenkind "Ultrapixel"

Ein zweischneidiges Schwert ist die Kamera, aufgrund der zwei Module auf der Rückseite das wohl herausstechendste Merkmal des neuen HTC One. Die Frontkamera liefert fünf Megapixel und eine Weitwinkellinse und insgesamt Selfies in sehr guter Qualität, wie in den Rezensionen angemerkt wird. Ausgerechnet die rückseitige "Ultrapixel"-Dualkamera hält den Werbeversprechen aber nicht stand.

"Weniger ist mehr", lautete schon vergangenes Jahr die Devise von HTC, als mein beim ersten One anstelle hoher Auflösung lieber auf größere Pixel am Sensor setzte. Auch im neuen Modell sitzt ein Modul, das mit 4,1 Megapixel auflöst. Die zweite Kamera dient zur Generierung von Tiefeninformation.

Der spürbarste Vorteil der "Ultrapixel" ist die höhere Lichtempfindlichkeit. In der Tat sticht das neue HTC-Flaggschiff viele Konkurrenten aus, wenn es darum geht, bei wenig Licht brauchbare Bilder zu liefern. Über das Prädikat "brauchbar" kommen die Fotos jedoch auch bei guten Lichtbedingungen nicht hinaus – ein Problem, mit dem der Vorgänger bereits zu kämpfen hatte. Aufgrund dieser Schwäche sind Zusatzfunktionen wie ein perspektivischer 3D-Effekt oder die nachträgliche Änderung des Fokuspunktes á la Lytro kaum mehr als Spielereien, resümiert The Verge.

Marathon-Akku

Als sehr positiver Aspekt wird die Akkulaufzeit erwähnt. Wired nahm das Telefon über ein Wochenende mit nach Disneyland und kam trotz extensiver Benutzung des Telefons problemlos mit einer Ladung vom frühen Morgen bis in den späten Abend.

Eine Frage des Marketings

Summa summarum heimst das neue One bei seinen ersten Auftritten viel Lob, aber auch ein wenig Schelte ein. HTC hat in vielen Bereichen Verbesserungen erzielt und ein feature-reiches Gesamtpaket in schicker Verpackung geschnürt. Wirklich große Sprünge fehlen allerdings, was insbesondere hinsichtlich der Kamera bitter ist.

Nun kommt es auf den Hersteller an, sein Produkt gut zu vermarkten. Angesichts des hoch angesetzten Preises und der Konkurrenz von Samsung und Co. wird das keine leichte Aufgabe. Schon letztes Jahr spiegelten die Verkaufszahlen des ersten One nicht das positive Presse-Echo wider. Dies schiebt HTC zum Teil auf mangelnde Verfügbarkeit – ein Problem, das heuer mit einem zügigen Launch in vielen Märkten vermieden werden soll.

Auch der Webstandard plant eine ausführliche Rezension des Geräts. (gpi, derStandard.at, 26.03.2014)

  • Durch allerlei Hände ist das neue HTC One bereits gegangen. Die Tester zeigen sich überzeugt von dem Smartphone.
    foto: reuters

    Durch allerlei Hände ist das neue HTC One bereits gegangen. Die Tester zeigen sich überzeugt von dem Smartphone.

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