Ukraine-Hilfe schickt IWF-Reform auf lange Bank

26. März 2014, 06:31
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IWF-Chefin Lagard "zutiefst enttäuscht"

Washington/Kiew - Der US-Senat hat auf wichtige Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzichtet, um zügig Geld für die finanziell notleidende Ukraine freizugeben. Da der Entwurf über die Hilfen von einer Milliarde Dollar (720 Millionen Euro) zunächst mit den IWF-Reformen verknüpft werden sollte, hätte er in dem von Republikanern beherrschten Repräsentantenhaus vermutlich kaum Chancen gehabt.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, kündigte deshalb am Dienstag an, den Zusatz über die vom IWF geforderte Regelung fallen zu lassen. Anders als im Senat hätte der Entwurf im Repräsentantenhaus keine Aussicht auf Erfolg gehabt, sagte Reid nach einem Bericht der Zeitung "The Hill".

Lagarde "zutiefst enttäuscht"

IWF-Chefin Christine Lagarde zeigte sich "zutiefst enttäuscht". Der IWF wartet seit 2010 darauf, dass die Reformen mittels Zustimmung aus dem Kongress in Kraft treten können. Sie sollen das Stimmrecht von Schwellenländern wie China stärken, wodurch der Kreditgeber mit Sitz in Washington künftig auch auf größere Mittel zurückgreifen könnte.

Ein IWF-Team prüft gegenwärtig in Kiew die Voraussetzungen für ein größeres Hilfsprogramm. Insgesamt wird der Finanzbedarf der Ukraine auf rund 35 Milliarden Dollar (25,5 Mrd. Euro) geschätzt. (APA, 26.03.2014)

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