Volksbanken AG droht nach EZB-Test Kapitalloch

25. März 2014, 17:44
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Unwägbarkeiten im Südosteuropa-Netz der Hypo

Wien - Die (teil)verstaatlichten österreichischen Banken sorgen in Eigentümerkreisen immer noch für eine gewisse Anspannung. Kommunalkredit und Bad Bank KA Finanz legen am Donnerstag ihre Bilanz; wie berichtet hat die KA Finanz einen Großteil ihrer faulen Papiere abgebaut. Bei der teilstaatlichen Volksbanken AG (ÖVAG) soll der Verlust 2013 bei rund 250 Mio. Euro gelandet sein - allerdings sieht man mit Bauchweh dem Bilanzcheck der Europäischen Zentralbank entgegen. Sie wird die Bankenbilanzen durchleuchten, und das dürfte sektorintern wieder Kapitaleinschüsse nötig machen. Frisches Geld für die ÖVAG aufzustellen wird deren Mehrheitseignern, den im strengen Haftungsverbund steckenden "kleinen" Volksbanken, aber schwerfallen.

Auch in der Hypo Alpe Adria steckt noch Aufregungspotenzial. Sorge bereitet den Involvierten die Frage, ob die Bank bis Herbst tatsächlich mit den prognostizierten 900 Mio. Euro auskommen wird. Die Bewertung des Südosteuropanetzes (wird per 2013 um weitere 480 Mio. Euro abgeschrieben) zum Halbjahr 2014 sei "unsicher, da droht noch Ungemach", sagt ein Aufseher. Alles hängt an der Frage, wie viel die Interessenten für die zum Verkauf stehende Bankengruppe zahlen wollen. Gerüchten zufolge soll die russische Sberbank einziger Bieter für das gesamte Netzwerk sein. Insgesamt soll es sieben Interessenten geben, die zum Teil aber nur Appetit auf einzelne Institute haben.

Die Hypo-Bilanz 2013 muss nun ja mit einem Zuschuss von 550 Mio. gerettet werden. Am 27. Jänner hatte Hypo-Chef Alexander Picker einen entsprechenden Standard-Bericht dementiert; man könne "davon ausgehen, dass die Bank für die Bilanzerstellung 2013 die nötigen Kapitalvorschriften erfüllen" werde. Warum es nun anders ist? Ein Sprecher der Bank: "Der Wirtschaftsprüfer besteht auf der Abwertung des SEE-Netzwerkes. Das haben wir damals anders gesehen." (gra, DER STANDARD, 26.3.2014)

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