Städte mit vielen Gästen und noch mehr Betten

25. März 2014, 13:09
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Die Regionen "Wilder Kaiser" und Saalfelden/Leogang konnten Umsatz und Auslastung verbessern, Handlungsbedarf wird in den Städten festgestellt

Wien- Geht es nach einer neuen Studie, konnten die Region "Wilder Kaiser" und Saalfelden/Leogang 2014 unter allen Tourismusregionen den Umsatz pro Bett, den Logiserlös der gesamten Destination, die Auslastung und die Nächtigungen am stärksten erhöht. Als Erfolgsfaktoren nennen die Autoren der ÖHV-Destinationsstudie ein Bündel an Maßnahmen. Zell am See/Kaprun habe etwa neben nicht unbedeutenden Infrastrukturinvestitionen in die gelungene Inszenierung investiert. Als positive Beispiele werden die Erlebniswelt am Kitzsteinhorn genannt oder die Alpenachterbahn Alpine Coaster.

Verschränkung von Werbung und Angebot

Die Region "Wilder Kaiser" hätte sich neben Investitionen in Qualität durch die Vermittlung werbetauglicher Bilder in einer reichweitenstarken Fernsehserie hervorgetan. Der Erfolg lasse sich in der Entwicklung der Nächtigungen, aber auch an der Preisdurchsetzung ablesen. Saalfelden/Leogang habe vor allem seine Positionierung weiterentwickelt: Kompetenz und Angebot in den Trendsportarten Radfahren und Klettern wurden ausgebaut, in einen Bikepark, eine Kletterhalle, das Loipennetz und Trail Running investiert.

Knapp (punktegleich mit den drei Erstgereihten) auf den vierten Rang verwiesen wurde in der Studie die bundesländerübergreifende Destination Arlberg. Neben dem Top-Angebot für Skifahrer wurde die Vielzahl an Marketingaktivitäten, eine Reihe neuer Veranstaltungen wie dem Lecher Classic Music Festival, dem Philosophicum, dem Filmfestival Cineastic Gondolas und die erfolgreiche Verschränkung von neuen Angeboten mit entsprechender Bewerbung hervorgehoben.

Hohe Kosten, niedrige Preise

Der Blick hinter die Kulissen offenbart, wie unterschiedlich die Betriebe und Destinationen wirtschaftlich aufgestellt sind. "Der RevPAR (Anm. Logiserlös pro verfügbarem Zimmer) der besten Region beträgt etwa das 5,8fache der schlechtesten", erklärt Dr. Franz Hartl, Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank. Im Durchschnitt jedenfalls unter Druck geraten sei das operative wirtschaftliche Ergebnis. Zurückzuführen ist das laut Hartl auf die mangelnde Preisdurchsetzung. Den größten Beitrag zum Anstieg auf der Kostenseite lieferten absolut die Personalkosten und relativ die Energiekosten. Doch die negative operative Entwicklung konnte durch das niedrige Zinsniveau weitgehend kompensiert werden, so Hartl.

Städte vor Herausforderungen

Handlungsbedarf wird in der Studie den Städten konstatiert, sowohl bei der Auslastung als auch beim Umsatz pro Bett. Hier findet sich die beste Stadt – Salzburg – erst auf Rang 49. "Wir merken hier den starken Einfluss der Immobilienwirtschaft. Da müssen die eigenen Stärken ausgespielt, hier muss das Angebot stärker differenziert werden", fordert OHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn positive Effekte auf Auslastung, Preisdurchsetzung und Beschäftigung ein. Je stärker das Wachstum, umso mehr seien effektive Marketingmaßnahmen gefragt. Wien als Hotspot der Immobilienbranche stehe hier vor einer besonderen Herausforderung. (red, derStandard.at, 25.3.2014)

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    grafik: apa
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