Militärkommando Oberösterreich will Kaserne Freistadt schließen

25. März 2014, 11:43
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Auch Prüfzentrum und Stellungsstraße könnten dem Spardruck zum Opfer fallen

Freistadt/Wien - Der oberösterreichische Militärkommandant Kurt Raffetseder hat beim Streitkräfteführungskommando die Schließung der Tilly-Kaserne in Freistadt beantragt. Die dort stationierte Lehrkompanie soll nach Hörsching (Bezirk Linz-Land) verlegt werden. Das berichtete Raffetseder in einer Pressekonferenz am Dienstag im Fliegerhorst Vogler.

Neben dem Standort Freistadt könnten auch das Prüfzentrum Nord des Heerespersonalamtes und die Stellungsstraße dem Spardruck zum Opfer fallen. Das Prüfzentrum ist derzeit in der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg, die ebenfalls aufgelassen wird, untergebracht. Für eine Übersiedlung in die Linzer Garnisonstraße, wo aktuell die Stellungen durchgeführt werden, wären bauliche Maßnahmen im Umfang von mehr als vier Millionen Euro nötig. Es stelle sich die Frage, ob man das nicht gleich einsparen könne, so der Kommandant.

Personalmangel bei Stellung

Die Stellungsstraße leide unter akutem Personalmangel, so Raffetseder: "Wenn es nicht gelingt, Stellungsärzte zu gewinnen, sind wir Ende des Jahres nicht mehr stellungsfähig." Den Grund sieht er "in dem, was das Ressort bereit ist zu bezahlen". Mit diesem Angebot sei man einfach nicht konkurrenzfähig.

Es könnte daher sein, dass die Rekruten künftig in anderen Bundesländern zur Stellung gehen müssen. "Wenn es gelingt, das nötige Personal zu bekommen, kann man die Stellungsstraße weiter betreiben", erklärte der Militärkommandant. Derzeit werden pro Jahr gut 9.000 Personen - die meisten aus Oberösterreich, einige aus Salzburg - dort getestet, Tendenz rückläufig.

Die Infrastrukturausgaben für Freistadt, wo inklusive Zivilisten 46 Personen beschäftigt sind, bezifferte Raffetseder mit "plus/minus 250.000 Euro" pro Jahr sowie zusätzliche Aufwendungen, wenn bauliche Maßnahmen nötig sind. Wie viel man insgesamt einsparen könne, wisse er nicht. "Ein Standort weniger ist billiger als ein Standort mehr." Wenn man die Stellungsstraße von Oberösterreich in ein anderes Bundesland verlege, würden die Kosten eben dort entstehen. Eine genaue Vorgabe, wie viel eingespart wird, gebe es nicht. "Wir haben keine Budgethoheit", so Raffetseder. Er kann sich aber gut vorstellen, dass man seinem Schließungsvorschlag nahetritt. (APA, 25.3.2014)

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