Entwickler: "Battlefield 4" erschien unfertig, weil Anleger wichtiger als Kunden waren

27. März 2014, 11:07
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"Oddworld"-Erfinder übt heftige Kritik an US-Herausgeber

Als der Multiplayer-Shooter "Battlefield 4" Ende vergangenen Jahres auf den Markt kam, war er nachträglich betrachtet alles andere als fertig. Eine Vielzahl von Fehlern plagte Spieler noch über Monate hinweg. Hersteller DICE erklärte daraufhin sogar, dass man sämtliche Folgeprojekte warten lassen würde, bis man die Mängel beseitigt habe.

Dafür, dass Herausgeber Electronic Arts (EA) "Battlefield 4" zu früh veröffentlichte, muss sich der Konzern nun nicht nur von Fans der Serie sondern auch aus der Industrie Kritik gefallen lassen. "Oddworld"-Erfinder Lorne Lanning geht sogar soweit zu behaupten, dass der misslungene Frühstart darauf zurückzuführen sei, weil der EA-Spitze die Anleger wichtiger seien, als die Kunden.

Problem AG

"Ich würde lieber keine Spiele entwickeln als mich für ein Aktienunternehmen zu versklaven, das sich mehr um seine Anleger sorgt als um seine Kunden", sagt Lanning in einem Interview mit VG247. Ihm zufolge sei es kein Geheimnis gewesen, dass DICE mit der Arbeit nicht nachkam. "Weshalb wurde 'Battlefield 4' ausgeliefert? Man wusste, dass das Team wusste, dass das Spiel nicht bereit dafür war. Jemand traf die Entscheidung, dass Anleger wichtiger sind als die Konsumenten. Und das sehen wir oft. Wie kann man das nur vergeigen. Wie kann man dieses verdammte Juwel nur so verdreckt ausliefern?"

Gegensatz

Fast zeitgleich gab EA-CEO Andrew Wilson CNN ein Interview in dem er seine Hoffnung kundtat, dass sich die Branche wieder mehr auf den Schaffungsprozess konzentrieren und sich nicht von geschäftlichen Fragen wie dem Vertriebsmodell und der Plattformwahl ablenken lassen sollte. "Wenn sich die Industrie auf die Entwicklung großartiger Spiele fokussieren kann - für welche Zielgruppe auch immer, dann muss sie sich keine Sorgen machen. Diese Ablenkungen sind zwar wichtig, aber sie dürfen nicht im Mittelpunkt stehen", so Wilson.

Neben misslungener Marktstarts wie "SimCity" und "Battlefield 4" stand EA in den vergangenen Jahren nicht zuletzt deshalb in der Kritik, weil der Konzern auch bei etablierten Spielserien neue, umstrittene Geschäftsmodelle ausprobierte. Ein Umstand, der EA bei der jährlichen Umfrage des US-Magazins Consumerist von Usern wiederholt zum "schlechtesten Unternehmen Amerikas" wählen ließ. 2014 wurde der Konzern zwar wieder zur Wahl gestellt, schied allerdings bereits früh gegen Kabelbetreiber Time Warner Cable aus. (zw, derStandard.at, 27.3.2014)

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    foto: ea

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