Freispruch für Arzt in Linzer Suchtgiftprozess rechtskräftig

24. März 2014, 15:21
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Staatsanwaltschaft erhob keinen Einspruch

Linz - Der Freispruch für einen 61-jährigen früheren Substitutionsmediziner, der wegen zu vieler und zu hoher Suchtgift-Rezepte angeklagt war, in einem Schöffenprozess im Landesgericht Linz ist rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft erhob innerhalb der gesetzlichen Frist keinen Einspruch. Das gab das Gericht auf APA-Anfrage am Montag bekannt.

Die Anklage hatte dem Mann u.a. schwere Körperverletzung, Suchtgifthandel und schweren Betrug vorgeworfen. Der Mediziner habe demnach ohne ordentliches Erheben der Krankheitsgeschichte oder Harntests Ersatzstoffe verschrieben und dabei die erlaubte Tagesdosis oft weit überschritten bzw. zusätzliche Mittel trotz Kontraindikation verordnet.

Schaden falsch berechnet

Der Beschuldigte rechtfertigte sich: "Ich hatte in den 30 Jahren keinen einzigen Todesfall." Er habe im Allgemeinen nach den geltenden Richtlinien gehandelt, sei aber, wenn es für besser hielt, davon abgewichen. Patienten hätten sich sonst zusätzlich zu den Ersatzstoffen illegal Drogen am Schwarzmarkt besorgt und diese gespritzt, was möglicherweise tödlich geendet hätte.

Die Richterin begründete den Freispruch damit, dass der Mediziner bei seinen Patienten im Zweifel von einer Abhängigkeit ausgehen musste. Dass die Behandlungsmethoden unzureichend gewesen seien, könne in keinem Fall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesagt werden. Zu den Ansprüchen der Gebietskrankenkasse sagte sie, dass diese den ihr entstandenen Schaden mit knapp 13.000 Euro falsch berechnet habe. Sie sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es zu gar keinen Behandlungen gekommen ist. (APA, 24.3.2014)

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