Salzburgs nächstes Ziel: Champions League

24. März 2014, 13:02
432 Postings

RB Salzburg nach Gewinn des Titels auf Königsklasse fokussiert - Rangnick konstatiert gute Entwicklung - Mateschitz will Team zusammenhalten

Salzburg - Mit dem Gewinn der Meisterschaft hat Red Bull Salzburg am Sonntag das erste Ziel erreicht und das so früh wie noch nie. An weiteren Zielen mangelt es den Salzburgern nicht, in einem halben Jahr soll der Einzug in die Champions League gefeiert werden können.

Nächstes Ziel: Favoriten

Noch mehr Tore und Rekorde, ÖFB-Cup, Champions League und die Hoffnung, die erfolgreiche Mannschaft auch über den Sommer zusammen zu halten, stehen in den nächsten Monaten auf dem Salzburger Wunschzettel. Dass sich die Mannschaft nach dem ersten Etappenziel nicht zurücklehnt, dafür soll gleich der nächste Gegner sorgen. Salzburg gastiert am Mittwoch beim entthronten Vorgänger Austria Wien. Die Elf von Trainer Roger Schmidt will dort meisterlich auftreten und sich den nächsten Rekorden nähern.

"Es gibt noch 1.000 gute Gründe, auch in den restlichen Spielen alles zu geben. Jetzt haben wir die Motivation, noch weitere Rekorde zu brechen", erklärte Schmidt am Sonntagabend nach Bierdusche am Rasen und dem unfreiwilligen Bad im Whirlpool der Kabine.

Rekordjagd

So fehlen seinem Team nur noch drei Treffer zum Torrekord von Rapid aus der Saison 1985/86 (101), auch der Punkterekord der Austria aus der vergangenen Saison (82) ist bei aktuell 70 Punkten und noch acht ausstehenden Spielen durchaus in Reichweite. Mit einem Erfolg in Favoriten würde man am Mittwoch den 13. Sieg en suite feiern und damit die Bestmarke der Austria in einer Saison (1985/86) einstellen. Saisonübergreifend ist Rapid mit 14 (1986/87, 1987/88) die Nummer eins.

Schmidt, der Salzburg im Sommer 2012 übernommen hat und den Liga-Krösus auf eine attraktive und erfolgreiche Spielweise getrimmt hat, lobte in der Stunde des Triumphs seine Schützlinge kollektiv. "Für mich ist es eine besondere Meisterschaft, obwohl es nicht schwer ist mit Red Bull Meister zu werden. Für mich zählt vielmehr die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, und die ist außergewöhnlich. Die Geschlossenheit ist unsere große Stärke und nicht die individuelle Qualität. Das Herzstück ist das mannschaftstaktische Verhalten", betonte der 47-jährige Deutsche, der sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen will. "Es gibt noch Dinge, die man verbessern kann", sagte er.

Aufwärtstrend

Sportdirektor Ralf Rangnick meine beinahe ident: "Mit dieser Mannschaft Meister zu werden in Österreich ist jetzt nicht so etwas ganz Besonderes, aber in der Art und Weise mit diesem Fußball schon." Rangnick konstatierte dabei eine gute Entwicklung. "Die Mannschaft spielt im Vergleich zur Vorsaison nochmal einen anderen Fußball, das war eine deutliche Steigerung. Wenn man sich den internationalen Fußball anschaut, sind es wenige Teams, die so spielen, aber die, die es so spielen, sind erfolgreich. Aber es geht natürlich darum, immer etwas zu verbessern", erklärte er.

Rangnick gab ebenfalls die Qualifikation für die Champions League als das große Ziel aus und will das möglichst mit der aktuellen Mannschaft erreichen. "Jetzt geht es darum, dass wir es im Sommer schaffen, uns erstmals für die Champions League zu qualifizieren. Wenn die Mannschaft so zusammenbleibt, braucht es nur ein paar punktuelle Verstärkungen", sagte der Deutsche.

Verträge

Verträge laufen nur von Ersatztorhüter Eddy Gustafsson, Verteidiger Florian Klein sowie den Mittelfeldspielern Stefan Hierländer und Marco Meilinger aus. Die Aufgabe wird aber auch sein, die aktuellen Leistungsträger davon zu überzeugen, wahrscheinlich hereinflatternde attraktive Angebote abzulehnen und mit Salzburg den Angriff auf die Königsklasse zu starten. Mit dem dänischen Außenverteidiger Peter Ankersen von Europa-League-Gegner Esbjerg steht ein Neuzugang bereits fest.

Bleibt als vorerst einziger Makel in dieser Saison das Aus im Europa-League-Achtelfinale, umso mehr, als die 1:2-Heimniederlage am vergangenen Donnerstag gegen Basel durchaus vermeidbar war. "Der Donnerstag war brutal. Das kann der Meistertitel nicht wettmachen", sagte Rangnick. Verteidiger Martin Hinteregger meinte: "Am Ende der Saison werden wir mit Sicherheit ein bisschen traurig sein, weil einfach mehr drin gewesen wäre."

Bindung

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz will die Mannschaft so gut wie möglich zusammenhalten. Der Clubbesitzer verwies diesbezüglich auf laufende Verträge mit den wichtigsten Leistungsträgern sowie Erfolgstrainer Roger Schmidt. Der Deutsche ist bis Sommer 2016 an den Verein gebunden.

"Sowohl mit Roger Schmidt als auch mit wichtigen Spielern haben wir schon entsprechende Verträge. Gerne bleibt man bei einem Club oder in einer Stadt, wenn man sich wohlfühlt oder sportliche Erfolge hat, auch international", meinte Mateschitz.

"Wenn einer der großen Clubs bei einem unserer Spieler anklopft, werden wir dafür Verständnis haben und versuchen, diesen bestmöglich zu ersetzen", sagte Mateschitz. Spielmacher Kevin Kampl, Stürmerstar Alan oder ÖFB-Teamverteidiger Martin Hinteregger sind vertraglich bis 2018 an Red Bull gebunden, Flügelspieler Sadio Mane und Kapitän Jonatan Soriano immer noch bis 2016 bzw. 2017. (APA, 24.3.2014)

  • Respektabel: RB Salzburg steht bereits im März als Österreichs Meister fest.
    foto: apa/ krug

    Respektabel: RB Salzburg steht bereits im März als Österreichs Meister fest.

  • Erfrischend: Bierdusche für Erfolgstrainer Schmidt.
    foto: apa/ krug

    Erfrischend: Bierdusche für Erfolgstrainer Schmidt.

Share if you care.