São Paulo, der kulinarische Moloch #1

Blog24. März 2014, 16:52
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Was machen Paulistas, die Einwohner von São Paulo, eigentlich am Wochenende? Die Antwort lautet: Essen!

Mit knapp 20 Millionen Einwohnern im Ballungsraum São Paulo, gehört die kulinarische Hauptstadt Brasiliens zu einer der größten der Welt. Das bedeutet einerseits Verkehrschaos oder andere typischen Probleme der Verstädterung wie hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität, aber auch Migration und eine großartige Vielfalt von ethnischen Restaurants.

"Was machen Paulistas eigentlich am Wochenende?", frage ich Katia, selbst geborene Paulista - also Einwohnerin von São Paulo. "Essen!", lautet ihre prägnante Antwort und so überrascht die Dichte an guten Restaurants nicht. Folgen Sie daher bei einem Besuch im São Paulo dem Motto "Do it in Rome as the Romans do!" und essen Sie!


Foto: Bianca Gusenbauer
Auch für Touristen empfehlenswert: Ein Kurs in der Kochschule Receitaria.

Meinen Aufenthalt in São Paulo habe ich aber nicht mit essen begonnen, sondern mit einem Kochkurs in der Kochschule Receitaria, die auch für Touristen eine kompakte Einführung in den kulinarischen Schmelztiegel anbietet. Nach einem Einkauf am lokalen Markt und einer allgemeinen Einführung in brasilianische Küche werden in der zentral gelegenen Kochschule gut strukturiert von Coxinha bis Brigadeiro alle brasilianischen Klassiker durchgekocht. Auch in Wien wird es daher in Kürze die Möglichkeit geben, sich kulinarisch auf die bevorstehende WM 2014 vorzubereiten. Mehr Infos dazu können Sie auf meinem Blog "Gib Bianca Futter!" finden.


Foto: Bianca Gusenbauer

Vor dem Kochen steht Einkaufen auf dem Programm.

Mit viel Glück und über viele guten Ecken habe ich Dani kennengelernt, die in São Paulo ein sehr bekanntes Gesicht unter den Spitzenköchen ist. Denn gemeinsam mit ihrem Partner organisiert sie ein großes kulinarisches Straßenfest im Zentrum - Alex Atala habe ich aber schlussendlich nicht besucht, da er während meines Aufenthalts nicht in São Paulo war. Abgesehen von ihm gibt es jedoch eine unfassbar große Menge an anderen interessanten und leistbaren Restaurants in São Paulo, die Sie nicht versäumen sollten. 


Foto: Bianca Gusenbauer

Keine Unbekannte in der Spitzengastronomie von São Paulo: Dani.

Zudem mischt Dani auch sonntags das kulinarische Angebot in São Paulo mit ihrem Event "Feirinha Gastronomica" auf, wo ich einer Menge von begeisterten und kreativen Hobbyköchen begegnet bin. Ein absolutes Muss ist daher ein Besuch von diesem kulinarischen Fest - natürlich mit großem Hunger.


Foto: Bianca Gusenbauer

Das sonntägliche Kulinarikevent: Feirinha Gastronomica.

Janaina Rueda, bekannt als "Dona Onça" - die Jaguarfrau - ist das Gesicht des dazugehörigen Restaurants im architektonisch weltbekanntem Gebäude "Edificio Copan" im Zentrum von São Paulo, das alleine schon einen Besuch wert ist. 


Foto: Bianca Gusenbauer

Ebenfalls nicht ganz unbekannt: Das Edificio Copan.

Temperament und Energie wie ein Jaguar, genauso lerne ich Janaina kennen, die mich in ihre private Wohnung in Copan einlädt, wo sie "Arroz Mexidinho" für mich kocht - ein traditionelles Gericht bestehend aus Reis, Bohnen und Ei, das typischerweise von LKW-Fahrern bestellt wird.


Foto: Bianca Gusenbauer

Janaina kocht für mich "Arroz Mexidinho", ein...


Foto: Bianca Gusenbauer

...typisches Gericht für LKW-Fahrer.

Alte, einfache und in Vergessenheit geratene Gerichte sind Programm in der Bar da Dona Onça, wo es auch die besten Caipirinhas der Stadt gibt. Am Ende noch einen Schluck Jaguarmilch "leite de onça" und man ist garantiert gestärkt für den Tag.


Foto: Bianca Gusenbauer

Die besten Caipirinhas von gibt São Paulo gibt es in der Bar da Dona Onça.

Jefferson Rueda, der Mann von Janaina liebt Schweine und verarbeitet daher in seinem Restaurant "Attimo" - das sich in der Nähe des Stadtparks befindet - ganze Schweine selbst zu Wurst, Speck und anderen Köstlichkeiten. Auch in diesem Restaurant steht die "Redneck"-Küche im Vordergrund - allerdings mit Fokus auf Italien ("uma cozinha ítalo caipira")-, die als solche am Teller kaum mehr erkenntlich ist. Jefferson selbst erzählt mir stolz und mit Begeisterung über sein Praktikum bei Rocca, das auch seine Küche wesentlich beeinflusst hat.


Foto: Bianca Gusenbauer

Im Restaurant "Attimo" trifft Brasilien auf Italien.

Im Attimo werden einfache Zutaten zusammengefasst und auf hohem Niveau zubereitet. Das Ergebnis ist ein feiner und delikater Mix der brasilianischen sowie italienischen Küche. Was so viel heißt wie geräucherte Tomaten, viererlei Schwein und noch viel mehr - und mit Sicherheit hatte ich hier die besten Coxinhas meiner ganzen Reise! (Bianca Gusenbauer, derStandard.at, 24.3.2014)

Mehr kulinarische Reisetipps gibt es in Kürze hier und auf meinem Blog "Gib Bianca Futter!" oder folgen Sie mir auf Facebook.
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